Argentinien Hisbollah soll für Anschlag auf jüdisches Zentrum verantwortlich sein

Der schwerste Anschlag der argentinischen Geschichte soll doch von einem Mitglied der iranisch unterstützten Organisation Hisbollah verübt worden sein. Staatsanwalt Alberto Nisman aus Buenos Aires identifizierte einen Libanesen als den Attentäter, der 1994 bei einem Anschlag auf ein jüdisches Zentrum der Hauptstadt 85 Menschen tötete.


Buenos Aires - Elf Jahre nach dem Bombenanschlag auf das Jüdische Zentrum Amia hat die argentinische Justiz nach eigenen Angaben damit erstmals einen Beweis für die Beteiligung der radikal-islamistischen Hisbollah (Partei Gottes). Nisman sagte, bei den Ermittlungen werde auch der Hypothese nachgegangen, Iran könnte Berro unterstützt haben. Teheran hat dies bisher vehement zurückgewiesen.

Anschlag 1994 in Buenos Aires: Staatsanwaltschaft beschuldigt die Hisbollah
AP

Anschlag 1994 in Buenos Aires: Staatsanwaltschaft beschuldigt die Hisbollah

Der Selbstmordattentäter, der das Bombenfahrzeug vor das Gebäude lenkte, sei als das damals 21-jährige Hisbollah-Mitglied Ibrahim Hussein Berro identifiziert worden, berichtete die Zeitung "La Nación" unter Berufung auf Nisman.

Die Identifizierung des Attentäters sei in achtmonatigen Ermittlungen gelungen, nachdem zwei in den USA lebende Brüder des Mannes in dem Fall ausgesagt hätten. Sie hätten auch zwei Fotos des Täters zur Verfügung gestellt, hieß es weiter.

Hisbollah beherrscht mit seinen Kämpfern den Süd-Libanon und ist als Partei im Parlament in Beirut vertreten. Die Schiiten-Organisation hat die Vernichtung Israels zum Ziel. Syrien und Iran unterstützen die Hisbollah politisch, militärisch und finanziell. Die argentinischen Behörden hatten von Anfang an Hisbollah und Iran verdächtigt, hinter der Tat zu stecken. Iran hatte dies stets dementiert.



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