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19. Februar 2015, 09:26 Uhr

Argentinien

Hunderttausende demonstrieren für Aufklärung im Fall Nisman

Sonderankläger Nisman wurde vor einem Monat tot in seiner Wohnung gefunden. Weil der Fall noch nicht aufgeklärt ist, sind Hunderttausende in Argentinien auf die Straße gegangen. Präsidentin Kirchner gerät zunehmend unter Druck.

Buenos Aires - Sein Tod gibt den Argentiniern noch immer Rätsel auf: Alberto Nisman hatte die Ermittlungen zum Terroranschlag gegen das jüdische Gemeindehaus Amia im Jahr 1994 geleitet. Nisman hatte die Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner beschuldigt, die Strafverfolgung der mutmaßlichen iranischen Drahtzieher vereiteln zu wollen. Wenige Tage später wurde er tot in seiner Wohnung aufgefunden. Für die Aufklärung des Falls haben nun Hunderttausende in Buenos Aires demonstriert.

Schweigend liefen die Demonstranten durch die argentinische Hauptstadt, im strömenden Regen vom Kongress bis zur Plaza de Mayo mit dem Regierungspalast. Zu der Kundgebung hatten sechs Kollegen Nismans aufgerufen, die damit gegen die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner protestieren wollten. 400.000 Menschen nahmen laut Polizei teil. Sie forderten eine "unabhängige Justiz". Vier Präsidentschaftsanwärter der Opposition für die im Oktober anstehenden Wahlen nahmen teil, unter ihnen der Bürgermeister von Buenos Aires, Mauricio Macri. Die Regierung hatte die Demonstration als Oppositionsmanöver bezeichnet.

Auch in anderen Städten Argentiniens wie Rosario, Córdoba und Mar del Plata fanden ähnliche Kundgebungen statt. Es wurden keine Zwischenfälle verzeichnet.

Die Ermittlungen zu Nismans Tod haben bislang noch nicht klären können, ob es sich um einen Suizid oder um Mord handelte. Nach Angaben der Ermittler deuten die Autopsie-Ergebnisse auf einen Suizid hin. Der 51-Jährige starb demnach durch einen Kopfschuss aus nächster Nähe - wenige Stunden vor einer geplanten Anhörung im Parlament. Dabei wollte er Beweise dafür vorlegen, dass die Regierung Ermittlungen der Justiz behindert habe. Nismans Kollegen hielten an den Vorwürfen fest. Am Freitag wurde Kirchner formell der Strafvereitelung im Amt beschuldigt.

vek/dpa/AFP

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