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25. Januar 2015, 10:06 Uhr

Recherche zu Todesfall Nisman

Reporter fürchtet in Argentinien um sein Leben

Damian Pachter hat als Erster über den rätselhaften Tod des argentinischen Terrorermittlers Alberto Nisman berichtet. Nun fürchtet der Journalist selbst um sein Leben - und ist aus seiner Heimat geflüchtet.

Buenos Aires - Damian Pachter fühlt sich in Argentinien nach dem mysteriösen Tod des Staatsanwalts Alberto Nisman nicht mehr sicher. Aus Angst um sein Leben ist der in dem Fall recherchierende Journalist der Zeitung "Buenos Aires Herald" aus dem Land geflohen, wie das Nachrichtenportal "Infobae" berichtete.

Pachter hatte als Erster vom Tod des Terrorermittlers berichtet, der wenige Tage zuvor schwere Vorwürfe gegen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner gerichtete hatte. Deren Regierung macht mittlerweile frühere Geheimdienstmitarbeiter für Nismans Tod verantwortlich.

Dem Nachrichtenportal zufolge hat Pachter Argentinien bereits verlassen. "Ich gehe, weil mein Leben in Gefahr ist. Meine Telefone werden überwacht", wurde Pachter zitiert. "Ich werde in dieses Land zurückkehren, wenn meine Quellen mir sagen, dass sich die Umstände geändert haben. Ich glaube nicht, dass dies unter dieser Regierung der Fall sein wird." Der amtlichen Nachrichtenagentur Telam zufolge wollte Pachter einen Flug ins Nachbarland Uruguay nehmen.

Staatsanwalt Nisman war vor einer Woche tot in seiner Wohnung gefunden worden, eine Pistole lag neben ihm. Er hatte über Jahre den Anschlag auf ein jüdisches Gemeindezentrum in Buenos Aires im Jahr 1994 untersucht, bei dem 85 Menschen getötet wurden. Argentiniens Gerichte sehen die Verantwortung bei Iran, das jegliche Verwicklung in den Anschlag zurückgewiesen hat.

Nisman warf Kirchner vor, sie habe versucht, die Ermittlungen gegen die tatverdächtigen Iraner zu stoppen. Ihr Ziel sei es gewesen, die Beziehungen zu Iran zu verbessern und ein Ölgeschäft einzufädeln. Der Staatsanwalt starb, kurz bevor er im Parlament seine Vorwürfe gegen die Präsidentin erläutern sollte. Die Regierung wies die Beschuldigungen als absurd zurück.

Der Fall sorgt in Argentinien für gewaltige Empörung und nährt Verschwörungstheorien. Nachdem die Regierung zunächst von einem Suizid gesprochen hatte, vermutet sie nach eigener Darstellung inzwischen einen anderen Hintergrund. Demnach sind ehemalige Mitarbeiter des argentinischen Geheimdienstes in die Affäre verwickelt, die kürzlich nach einem internen Machtkampf entlassen wurden.

Mehr zum Fall Nisman lesen Sie hier im aktuellen SPIEGEL.

wit/Reuters

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