Armeebericht Gaddafi-Sohn Saif angeblich bei Tripolis gefasst

Erst hieß es, Saif al-Islam al-Gaddafi sei gestorben, dann kursierten Meldungen über seine Flucht - nun soll der Diktatorensohn gefasst worden sein. Östlich von Tripolis wollen ihn Kämpfer der Übergangsregierung festgenommen haben. Eine offizielle Bestätigung gibt es nicht.

Saif al-Islam al-Gaddafi (Archivbild): Bericht über Festnahme bei Tripolis
REUTERS

Saif al-Islam al-Gaddafi (Archivbild): Bericht über Festnahme bei Tripolis


Tripolis - Das Rätseln über den Verbleib von Saif al-Islam al-Gaddafi geht weiter. Am Donnerstag waren noch Berichte über den Tod des Sohns von Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi kursiert, am Freitag folgte dann das Dementi: Saif al-Islam sei noch am Leben - und von den Truppen der Übergangsregierung festgesetzt worden. Offiziell bestätigt ist diese Meldung noch nicht und kann wegen der undurchsichtigen Situation in Libyen auch sonst kaum verifiziert werden.

Der Sender al-Arabija beruft sich auf einen an der Festnahme beteiligten Kämpfer. Nach dessen Angaben erfolgte der Zugriff in Slitan, 160 Kilometer östlich von Tripolis. Saif al-Islam soll am Rücken verletzt sein, hieß es.

Sollte sich die Meldung bewahrheiten, wäre auch der letzte, noch in Libyen flüchtige Gaddafi-Sohn dingfest gemacht worden. Am Donnerstag waren bei den Kämpfen in Sirt, 410 Kilometer östlich von Tripolis, Gaddafi selbst und sein Sohn Mutassim festgenommen und getötet worden. Am Donnerstagabend hatte das offizielle Fernsehen des Übergangsrats auch Saif al-Islams Tod gemeldet. Doch anders als im Fall des Vaters und des Bruders tauchte sein Leichnam nicht im Krankenhaus von Misurata auf.

Am Freitagmorgen hatten die Truppen der Übergangsregierung noch gemeldet, Saif al-Islam sei in einem gepanzerten Konvoi in Richtung der Grenze zu Niger unterwegs.

Saif al-Islam al-Gaddafi war offen als Nachfolger seines Vaters gehandelt worden. Mutassim war im libyschen Regime nationaler Sicherheitsberater und damit eine der mächtigsten Figuren im staatlichen Sicherheitsapparat gewesen. Nach einem Zerwürfnis mit seinem Vater war er zwischenzeitlich nach Ägypten geflohen, durfte dann aber zurückkehren. Er befehligte die Präsidentengarde.

jok/dpa/Reuters



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