Gipfel in Manila Asean-Staaten "extrem beunruhigt" über Nordkorea-Konflikt

Beim Asean-Gipfel in Manila haben sich die Mitgliedstaaten besorgt über die Entwicklungen in Nordkorea gezeigt. Gastgeber Duterte mahnte die USA zu "Vorsicht und Geduld".

Raketentest in Nordkorea
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Raketentest in Nordkorea


Die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA nehmen zu - und versetzen auch die Staaten Südostasiens in Sorge. Auf einem Gipfel der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (Asean) in Manila äußerten sich die Staats- und Regierungschefs der zehn Mitgliedsländer "extrem beunruhigt".

In der Nacht war bekannt geworden, dass Nordkorea offenbar eine weitere ballistische Rakete abgefeuert hat. US-Außenminister Rex Tillerson hatte zuvor für schärfere Sanktionen gegen das kommunistische Land geworben, das immer wieder mit Raketen- und Atomtests provoziert. US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Wochen ein härteres Vorgehen gegen Pjöngjang angekündigt und auch einen Angriff nicht ausgeschlossen.

Der Gastgeber, der philippinische Präsident Rodrigo Duterte, appellierte auf dem Gipfel an die Vereinigten Staaten, "vorsichtig und geduldig" zu sein. Jede Fehleinschätzung könne in einer "Katastrophe" enden.

Duterte sagte zu den jüngsten Entwicklungen auf der koreanischen Halbinsel: "Jeder ist besorgt. Niemand klatscht Beifall." Zugleich warnte er vor einem Krieg. Wenn es dazu kommen sollte, werde die gesamte Region "unermesslich" leiden. Zuvor hatten die Asean-Außenminister Nordkorea bereits aufgefordert, sich ans Völkerrecht und die einschlägigen Uno-Resolutionen zu halten.

Donald Trump wird an nächstem Asean-Gipfel teilnehmen

Duterte sagte, die jüngsten Entwicklungen seien auch ein "Test" für die Entschlossenheit von Asean, Frieden, Wohlstand und Sicherheit voranzubringen. Singapurs Ministerpräsident Lee Hsien Loong rief dazu auf, sowohl die Kontakte zu China als auch zu den USA auszubauen. Zum nächsten Asean-Gipfel im November, der wieder auf den Philippinen stattfindet, wird auch US-Präsident Donald Trump erwartet. Duterte wollte noch am Wochenende ein Telefonat mit ihm führen.

Mit dem Gipfel feierte Asean sein 50-jähriges Bestehen. Die Gemeinschaft wurde 1967 von zunächst fünf Ländern gegründet, die den USA nahestanden. Heute gehören ihr auch kommunistische Staaten wie Vietnam an.

Aus Sorge vor einem Anschlag wurde der Gipfel von mehr als 40.000 Soldaten und Polizisten geschützt. Kurz vor Beginn war wenige Kilometer vom Tagungsort eine Bombe explodiert. Dabei wurden am Freitagabend mindestens 14 Menschen verletzt. Nach Angaben der Polizei hatte die Tat jedoch nichts mit dem Gipfel zu tun.

kry/dpa



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