Kaukasus-Konflikt Feuerpause im Kampf um Berg-Karabach

Nach schweren Kämpfen zwischen Rebellen und der aserbaidschanischen Armee sollen jetzt im Kaukasus-Konflikt die Waffen ruhen. Beide Seiten einigten sich auf eine Feuerpause.

Mitglied der Rebellen in Berg-Karabach
REUTERS

Mitglied der Rebellen in Berg-Karabach


Aserbaidschan und die nach Unabhängigkeit strebende Region Berg-Karabach haben nach tagelangen Kämpfen einen Waffenstillstand vereinbart. Das Verteidigungsministerium in Baku teilte mit, die aserbaidschanischen Streitkräfte hätten ihre Kampfhandlungen wie vereinbart um zwölf Uhr Ortszeit eingestellt. Auch die Truppen von Berg-Karabach erklärten, sie hielten die Feuerpause ein.

Berg-Karabach hatte unmittelbar davor der aserbaidschanischen Armee noch eine drastische Intensivierung der Angriffe vorgeworfen. Jeden Tag setzten die Truppen größere Artillerie-Kaliber ein, hieß es in einer Stellungnahme der bewaffneten Kräfte Berg-Karabachs, die von Armenien unterstützt werden.

Der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault erklärte, der Kaukasus-Konflikt könne nicht mit Waffengewalt gelöst werden und rief zu einer sofortigen Feuerpause auf. Vertreter von Frankreich, Russland, den USA sowie anderer Staaten beraten in Wien, wie die Kämpfe gestoppt werden können.

Das mehrheitlich von christlichen Armeniern bewohnte Berg-Karabach hatte sich in den Neunzigerjahren für unabhängig vom muslimisch geprägten Aserbaidschan erklärt, wird von Armenien kontrolliert und von beiden Seiten beansprucht. 1994 hatte ein Waffenstillstandsabkommen einen Krieg um Berg-Karabach beendet. Am vergangenen Wochenende war der Konflikt in der nur 4400 Quadratkilometer großen Region im Südosten des Kaukasus wieder aufgeflammt - in den vergangenen Tagen wurde dort so heftig gekämpft wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr.

Im Video: Berg-Karabach - Dutzende Tote nach Kämpfen

kev/anr/dpa/Reuters/AFP



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