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01. Februar 2019, 10:50 Uhr

Freigesprochene Christin

Asia Bibi hat Pakistan offenbar verlassen

Jahrelang saß sie wegen angeblicher Gotteslästerung im Gefängnis. Nach ihrem endgültigen Freispruch hat Asia Bibi Pakistan nun verlassen - sie soll bereits in Kanada angekommen sein.

Mit der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs war ihr Freispruch endgültig bestätigt. Nun hat Asia Bibi offenbar Pakistan verlassen. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Demnach befinde sich Bibi mittlerweile in Kanada. "Sie ist mit ihrer Familie vereint", sagte ihr Anwalt, Saif ul Malook, der "FAZ".

Wie und wann genau Bibi das Land verlassen hat, ist nicht offiziell bekannt. Malook sagte, das könne er aus Sicherheitsgründen nicht offenlegen. Zuvor war bereits erwartet worden, dass Bibi Asyl in einem europäischen oder nordamerikanischen Land beantragen würde. Als mögliches Aufnahmeland war auch Deutschland im Gespräch. Laut einem unbestätigten Bericht waren ihre Kinder bereits nach Kanada geflohen.

Bibi wurde in Pakistan von Islamisten mit dem Tode bedroht. Vor acht Jahren war sie in der Provinz Punjab wegen mutmaßlicher Beleidigung des Propheten Mohammed zum Tode verurteilt worden. Muslimische Frauen aus ihrem Dorf hatten Bibi vorgeworfen, sich beleidigend über den Religionsstifter geäußert zu haben, sie selbst bestreitet das.

Tagelange Proteste nach dem Freispruch

Anschließend saß die Christin jahrelang wegen angeblicher Gotteslästerung im Gefängnis. Im November hob der Oberste Gerichtshof Pakistans das Todesurteil allerdings auf. Er sprach Bibi von allen Vorwürfen frei.

Nach Bekanntwerden des Urteils kam es in dem konservativ-muslimischen Land zu tagelangen Protesten. Radikalislamische Gruppen in Pakistan sperrten Straßen, legten damit Teile des öffentlichen Lebens lahm und drohten auch Richtern mit dem Tod.

Am Dienstag erklärte der Oberste Gerichtshof Pakistans dann aber auch den Berufungsantrag von Islamisten gegen den Freispruch für unzulässig.

Blasphemie ist im streng konservativ-islamischen Pakistan ein folgenschwerer Vorwurf. Rund 40 Menschen verbüßen dort nach Schätzungen eines US-Ausschusses zur Religionsfreiheit wegen entsprechender Anschuldigungen derzeit lebenslängliche Gefängnisstrafen oder warten auf ihre Hinrichtung.

aev/AFP/dpa

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