Verfolgte Christin Pakistan setzt Anführer von Protesten gegen Asia Bibi fest

Die pakistanische Islamistenpartei TLP führt den Widerstand gegen den Freispruch der Christin Asia Bibi an. Jetzt wurde ihr Chef Chadim Hussain Rizvi in "Schutzhaft" genommen. Die Folge sind neue Proteste und Festnahmen.

Protest von TLP-Anhängern gegen Asia Bibi
SHAHZAIB AKBER/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Protest von TLP-Anhängern gegen Asia Bibi


In Pakistan ist der Anführer der Proteste gegen die Freilassung der Christin Asia Bibi festgenommen worden. Der Chef der Islamistenpartei Tehreek-e-Labaik (TLP), Chadim Hussain Rizvi, sei am Freitagabend (Ortszeit) festgesetzt worden, teilte der pakistanische Informationsminister Fawad Chaudhry auf Twitter mit.

Infolge der Festnahme kam es zu neuen Protesten. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben in der Region Punjab rund 300 Unterstützer Rizvis fest. In einem am Freitag veröffentlichten Video rief ein TLP-Vertreter erneut zu Protesten auf.

Rizvis Partei hatte die Proteste gegen den Freispruch der Christin vom Vorwurf der Gotteslästerung angeführt. Der Regierung zufolge steht die Festnahme aber in keinem Zusammenhang mit dem Fall Bibis.

"Das Gesetz soll seinen Lauf nehmen"

Rizvi sei von der Polizei vor einer für Samstag in Islamabad geplanten Kundgebung in "Schutzhaft" genommen und in ein "Gästehaus" gebracht worden, erklärte Chaudhry. Es handle sich dabei um eine Maßnahme zur "Sicherung des öffentlichen Lebens, Eigentums und der Ordnung".

Die Festnahme habe nichts mit dem Prozess gegen Bibi zu tun, versicherte der Minister. "Das Gesetz soll seinen Lauf nehmen und es kann nicht Einzelnen überlassen werden", fügte er hinzu.

Der Fall der Christin Bibi hatte international für Aufsehen gesorgt. Sie wurde vor acht Jahren wegen angeblicher Gotteslästerung in Pakistan zum Tode verurteilt und saß seitdem in Haft. Zwar hob das Oberste Gericht des Landes Ende Oktober das Todesurteil auf und sprach sie von allen Vorwürfen frei, doch konnte sie wegen massiver Proteste von Islamisten ihre Heimat bisher nicht verlassen. Nach Angaben ihres Anwalts würde sie gern nach Deutschland ausreisen.

dab/AFP/AP

insgesamt 35 Beiträge
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domino3116 24.11.2018
1. Deutschland muss der Frau und ihrer Familie helfen!
Es ist notwendig, sie hier aufzunehmen, denn dort wird sie irgendwann gelyncht. Im Gegenzug sollte man aber pakistanische Moslems super genau überprüfen, wenn sie hierher einwandern wollen und im Zweifelsfall ablehnen, denn diese Leute wissen oft mit der Religionsfreiheit entsprechend unserem GG nichts anzufangen. Im Extremfall würde die Christin eventuell sogar hier ermordet. Denn soviel ich gehört habe, kennt der Dschihad keine Landesgrenzen.
heini-fisch 24.11.2018
2. Riswi
Ist nun Verfolgter in Pakistan und in seiner freien Meinungsäußerung beschnitten. Damit hat er vermutlich ein Anrecht in D Asyl zu beantragen, vermute ich.
domino3116 24.11.2018
3. Ich befürchte,
Zitat von heini-fischIst nun Verfolgter in Pakistan und in seiner freien Meinungsäußerung beschnitten. Damit hat er vermutlich ein Anrecht in D Asyl zu beantragen, vermute ich.
... dass das Frau Merkel und ihre Unterstützer von den Grünen so auslegen. In Deutschland ist es in diesen Fragen liederlicher als bei Hempels unter dem Sofa. Jetzt wil! sogar Seehofer Straftäter nicht ausweisen. Ich glaube jetzt auch, dass er seine Großmutter an den Teufel verkaufen würde, wenn ihm dadurch wenigstens ein Pöstchen bliebe. Die ausgebildete Krankenschwester schicken wir weg, aber Gewaltverbrecher schützen wir, damit sie hier weiter "arbeiten" können. Oh, wie krank ist unser Land. Da all das dem kleinen Bürger nicht zu vermitteln ist, braucht man sich doch wirklich nicht zu wundern, wenn eine gewisse Alternative den sich noch so nennenden Volksparteien mühelos Stimmen abnimmt. Eigentlich darf man in diesem Land gar nicht mehr wählen gehen, denn wie man wählt, wählt man mit Sicherheit falsch. Man sehe sich die Akteure nur mal näher an, von ganz rechts bis ganz links alles nur Selbstdarsteller, keine integren Personen mehr, zu den man ungetrübtes Vertrsuen haben kann. Furchtbar das Ganze!
aurichter 24.11.2018
4. Genau daran
ist zu erkennen, welchen negativen Einfluß die Religion auf das Miteinander hat. Es werden Kriege geführt und Menschen verfolgt und verurteilt, weil Fanatiker darin den alleinigen Anspruch sehen. Religion in dieser Form sollte weltweit aus dem öffentlichen Leben von Regierungen verboten werden. Wieviel Not und Elend gäbe es dann weniger auf diesem Planeten.
obersterhofnarr 24.11.2018
5. Genau deshalb muß daß individuelle Asylrecht erhalten bleiben
Das dümmliche Nachäffen des Abfuck für Deutschlandsprechs durch F. Merz ist angesichts solcher Schicksale einfach nur entartete Politik. Alleine schon die Ergänzung um die sicheren Herkunftsländer in Artikel 16a zeigt das Deutschland ein mentales Flüchtlingsproblem hat, was aber in der Realität nur ein Problem der öffentlichen Verwaltung ist, denn was wäre wenn ein fiebriger Mob Menschen wg. ihrere Religion in einem der sicheren Herkunftsländer hetzt und mit dem Tod bedroht. Etwa so wie in KM-Stadt. Und genau da wird das Heucheln und die Bigotterie auch von Abfuck fD sehr deutlich: es wird eingeteilt in gute und böse Asylanten, und beide Gruppen werden politisch Instrumentalisiert. Das ist aber kompletter Unfug, es gibt nur Verfolgte und Nicht-Verfolgte. PUNKT Wenn man es so will wird auch Jim Acosta politisch verfolgt, und das Leute wie er aus politischen Gründen mit dem Tod bedroht sind ist real, das zeigen die Briefbombenattentatsversuche; die auch gegen die CNN gerichtet waren. Wie sicher sind nun die USA als Herkunftsland? So als Beispiel......
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