Neue Gräueltaten in Syrien Assads Soldaten sollen Flüchtlinge aus Kusair erschossen haben

Beide Kriegsparteien haben in Syrien womöglich neue Gräueltaten verübt. Den Soldaten von Diktator Assad wird die Tötung von mindestens hundert Flüchtlingen aus Kusair vorgeworfen. Rebellen sollen einen 15-Jährigen vor den Augen seiner Eltern erschossen haben.

Zerstörungen in Kusair: Regierungssoldaten nahmen Flüchtlinge ins Visier
REUTERS

Zerstörungen in Kusair: Regierungssoldaten nahmen Flüchtlinge ins Visier


Damaskus - Die Berichte aus Syrien lassen sich wie meistens nicht überprüfen, weil unabhängige Bobachter kaum Zugang haben. Aber sowohl den Truppen der Regierung als auch den Rebellen werden neue Gräueltaten vorgeworfen. So werfen Mitglieder der Opposition Soldaten des Regimes von Baschar al-Assad vor, nach der Einnahme der strategisch wichtigen Grenzstadt Kusair in der vergangenen Woche mindestens hundert Menschen erschossen zu haben, die vor den Kämpfen geflüchtet seien.

Die Stadt war von syrischen Soldaten und radikalen Schiiten der libanesischen Hisbollah-Miliz eingenommen worden. Die meisten Flüchtlinge seien dann durch Maschinengewehre und Bomben getötet worden, als sie versuchten, östlich von Kusair in Richtung Homs eine Autobahn zu überqueren. Viele verletzte Menschen seien auf der Flucht von den Regimesoldaten festgenommen worden, berichtete der Aktivist Hadi al-Abdallah.

Am Sonntag hatten die Regierungstruppen den letzten von Rebellen gehaltenen Stützpunkt bei Kusair erobert. "Wir können nun Kusair und Umgebung zum vollständig befreiten Gebiet erklären", sagte ein Armeeoffizier im Staatsfernsehen. Damit kontrollieren die Regierungstruppen wieder uneingeschränkt das Gebiet zur libanesischen Grenze. Durch die Region verlaufen wichtige Verkehrswege für den Nachschub und Waffen der Kriegsparteien.

Die oppositionelle Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, radikalislamische Rebellen hätten in Aleppo einen 15-Jährigen vor den Augen seiner Eltern wegen Blasphemie erschossen. Der Junge verkaufte als Straßenhändler Kaffee. Er soll im Streit mit jemanden gesagt haben: "Auch wenn der Prophet Mohammed aus dem Himmel herabsteigt, werde ich nicht gläubig werden." Dieser Satz wurde ihm zu Verhängnis.

Große Teile von Aleppo werden seit dem vergangenen Jahr von den Rebellen kontrolliert. Zu ihnen gehören auch Islamisten, die al-Qaida nahe stehen.

Bei dem seit mehr als zwei Jahren anhaltenden Bürgerkrieg sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als 80.000 Menschen getötet worden.

als/Reuters

insgesamt 186 Beiträge
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materialist 10.06.2013
1. die übliche Verdrehung der Tatsachen
Flüchtende Rebellen sind flüchtende Rebellen und keine Flüchtlinge im herkömmlichen Sinne (Zivilpersonen)
solomong. 10.06.2013
2. Keine Objektivität!
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEBeide Kriegsparteien haben in Syrien womöglich neue Gräueltaten verübt. Den Soldaten von Diktator Assad wird die Tötung von mindestens hundert Flüchtlinge aus Kusair vorgeworfen. Rebellen sollen einen 15-Jährigen vor den Augen seiner Eltern erschossen haben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/assads-soldaten-sollen-fluechtlinge-erschossen-haben-a-904680.html
Warum sollte ich weitere Berichte zu diesem Konflikt in SPON lesen, was ja wohl mit der parteiischen Überschrift bezweckt wird?
Rahvin 10.06.2013
3. optional
Sollte die Unterstützung der Rebellen durch Islamisten nicht auch den Franzosen und Briten bekannt sein, die diese Kriegspartei unbedingt mit Waffen versorgt wissen wollen? Es ist schon erstaunlich, dass man derart auf diesem Punkt beharrt, dass man in Kauf nimmt, dass Blauhelme am Golan dann mit europäischen Waffen beschossen werden können. Die Israelis schmähen die Österreicher dafür, dass diese ihren Posten verlassen, aber ehrlich gesagt habe ich für diese Haltung vollstes Verständnis: Meine Soldaten mit den eigenen Waffen oder denen von vermeintlichen Bündnispartnern beschießen zu lassen, das entbehrt jeglicher Logik.
E.Z.Rider 10.06.2013
4. Korrektur lesen, bitte
Liebe Leute, schlampige Tipparbeit ist manchmal nicht der Sache würdig, die berichtet wird: "radial-islamische Rebellen" ... "wurde ihm zu, Verhängnis." Bitte die Texte einmal Korrektur lesen. Die oppositionelle Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, radial-islamische Rebellen hätten in Allepo einen 15-Jährigen vor den Augen seiner Eltern wegen Blasphemie erschossen. Der Junge verkaufte als Straßenhändler Kaffee. Er soll im Streit mit jemanden gesagt haben: "Auch wenn der Prophet Mohammed aus dem Himmel herabsteigt, werde ich nicht gläubig werden." Dieser Satz wurde ihm zu, Verhängnis.
Hanz K 10.06.2013
5. dass...
... einem als ernsthaften journalisten nicht die volle Subjektivität seines schreibens bewusst wird, wenn man die Überschrift liest und danach den 1. Satz des textes... spon leider auch durch und durch fremdbestimmt.
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