Protest gegen Sparpolitik Kommunisten besetzen griechisches Finanzministerium

"Wir haben genug geblutet!": Etwa 200 Mitglieder einer kommunistischen Gewerkschaft sind in das Finanzministerium in Athen eingedrungen. Die Polizei griff zunächst nicht ein.

Protestplakat am griechischen Finanzministerium: 200 Besetzer, keine Polizei
DPA

Protestplakat am griechischen Finanzministerium: 200 Besetzer, keine Polizei


Aus Protest gegen weitere Sparpläne der griechischen Regierung haben rund 200 Mitglieder der kommunistischen Gewerkschaft PAME das Finanzministerium in Athen besetzt. Wie das Fernsehen zeigte, hängten die Besetzer ein großes Transparent an die Fassade des Gebäudes. "Wir haben genug geblutet! Wir haben genug gezahlt!", heißt es darauf.

Die Polizei griff zunächst nicht ein. Am Nachmittag wollten die Staatsbediensteten gegen weitere Sparpläne der Links-Rechts-Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras demonstrieren.

Die Griechenland-Krise spitzt sich seit Wochen weiter zu. Sowohl die griechische Regierung von Alexis Tsipras als auch die Gläubiger beharren in den Verhandlungen weitgehend auf ihren Positionen. Zuletzt hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Hollande und der griechische Ministerpräsident Tsipras in der Nacht auf Donnerstag offenbar erneut vergeblich nach einem Ausweg aus dem Schuldenstreit gesucht.

Unterdessen stufte Standard and Poor's Griechenland noch weiter herab. Die US-Ratingagentur senkte die Bonitätseinstufung Griechenlands um eine Stufe auf das Ramschniveau "CCC". Diese Stufe kennzeichnet ein Land kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Die Ratingagentur verwies darauf, dass Griechenland anstehende Ratenzahlungen an den IWF auf das Ende des Monats verschoben hatte.

mxw/dpa

insgesamt 43 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ecbert 11.06.2015
1. Ist den Protestierern bekannt,
dass Griechenland schon nicht mehr den Griechen gehört ? Bei einem m² Preis von im Schnitt 5 Euro gehört Griechenland schon komplett den geldgebenden Nationen !
rkinfo 11.06.2015
2. Athen ist nun mal pleite
Die Einnahmen des griechischen Staates brechen ein während die Ausgaben eher ansteigen und alles im Defizit liegt. Längst häufen sich unbezahlte Rechnungen in Athen sodass der Crash der Wirtschaft nur noch Wochen dauern kann. Die Griechen wiederum sind untereinander zerstritten und es gibt unglaublich zerstörerische Ausgabenblöcke wie Rente die den Staat ebenfalls unvermeidbar in den Ruin treiben. Athen ist verloren ... und auch erst einmal unsere Kredite.
Wigers7 11.06.2015
3.
Im Grunde hat die Debatte über Griechenland ohnehin jedwede objektive, analytische Ebene verlassen; das Recht muss man den Griechen auch absprechen, dass die EU da noch so diplomatisch verhandelt ist ohnehin nur noch Makulatur. Ich reisse mich daher zu diesem Kommentar hin: Geblutet und gezahlt hat in dieser kommunistischen Gewerkschaft sicherlich keiner.
bert1966 11.06.2015
4. Schauspiel, dritter Akt
Jetzt richtet sich der "Volkszorn" angeblich schon gegen die eigenen Leute in der Regierung. Kommunistische Schmierenkomödie at ist best, natürlich um den internationalen Verhandlungen mit den Melkkühen (sog. "Geldgeber") etwas mehr Druck zu verleihen. So durchsichtig, so widerlich.
lupidus 11.06.2015
5.
dann eben auf die harte tour. sparen wollen sie nicht, reformen schon gar nicht, nur weitermachen wie bisher, auf kosten anderer. das wollen die aber nicht. bin echt gespannt wie es ausgeht. meinen griechenlandurlaub für dieses jahr hab ich hinter mir, also weiter mit dem drama ;-)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.