Atom-Gipfel in Den Haag Die Angst vor der schmutzigen Bombe

Der Diebstahl von Nuklearmaterial durch Terroristen gilt als eine der großen Gefahren der Welt. US-Präsident Obama forderte, die unzureichenden Maßnahmen dagegen zu verbessern. Konkrete Ergebnisse gab es auf dem Atomgipfel in Den Haag aber kaum.

Niederländischer Premier Rutte, US-Präsident Obama: Hochangereichertes Uran darf nicht in die Hände von Extremisten geraten
DPA

Niederländischer Premier Rutte, US-Präsident Obama: Hochangereichertes Uran darf nicht in die Hände von Extremisten geraten


Den Haag - Für US-Präsident Barack Obama ist der Nuklearterrorismus eine der größten Bedrohungen der Welt. Als Horrorszenario gilt dabei die Explosion einer schmutzigen Bombe aus radioaktiven Material und Sprengstoff. Aus Sorge vor solchen Terroranschlägen haben sich 53 Länder auf stärkere Anstrengungen zum Schutz von Nuklearmaterial verständigt.

Es müsse sichergestellt werden, dass hochangereichertes Uran nicht in die Hände von Extremisten geraten, betonten die Staats- und Regierungschefs am Dienstag in ihrer Abschlusserklärung des dritten Atomgipfels von Den Haag.

Die Länder, die über solches Material verfügten, sollten deshalb ihre Bestände auf das Nötigste minimieren. Auch sei es wichtig, dass die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet verstärkt werde.

Teilnehmer räumten jedoch zugleich ein, dass 2010 vereinbarte Ziele nicht erreicht wurden. Die Fortschritte ließen zum Teil "sehr zu wünschen übrig", kritisierte Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Als einen der größten Erfolge des Gipfels nannten die Initiatoren um US-Präsident Barack die Unterzeichnung einer Abmachung von 35 Staaten. Diese sieht vor, internationale Richtlinien zur Atomsicherheit in die nationale Gesetzgebung zu überführen und externe Kontrollen zuzulassen. Unterzeichnet haben neben den USA unter anderem alle EU-Länder.

Russland und China unterschrieben die Vereinbarung nicht. Die Anstrengungen könnten noch verstärkt werden, kommentierte Obama mit Blick auf das kommende Treffen im Jahr 2016.

Gleichzeitig lobte er das Engagement einzelner Staaten. 12 Länder wie die Ukraine und 2000 nukleare Einrichtungen hätten vollständig auf den Besitz von hochangereichertem Uran und Plutonium verzichtet, Dutzende von Staaten hätten die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Obama würdigte besonders, dass Japan mit den USA Hunderte Kilogramm von waffenfähigem Nuklearmaterial aus einem Forschungsreaktor vernichten werde, mit denen ein Dutzend Atombomben hätte hergestellt werden können.

Der erste Gipfeltag war von dem Krim-Konflikt überschattet worden. Die Staatschefs der sieben führenden Industrienationen (G7) hatten am Abend bei einem Sondertreffen beschlossen, den im russischen Sotschi geplanten G-8-Gipfel ausfallen zu lassen.

heb/dpa/Reuters



insgesamt 12 Beiträge
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kamei 25.03.2014
1. zu spät?
nachdem diverse Geheimdienste in vergangenen Jahren alles verbockt haben was nur geht, sind sie jetzt hoffentlich weiser. Die A-Bomben von Pakistan & Nordkorea gehen leider auf dessen Konto. Mal nach "Abdul Kadir Khan" googeln.
epiktet2000 25.03.2014
2. Angst vor realem Atomkrieg
Das Kriegsgeschrei unserer Eliten macht uns Angst, aber vor einem realen Atomkrieg, nicht vor fiktivem Atomterrorismus. Die missratenen Eliten dieser Welt sind der gegenwärtige Horror der Menschen. Ihnen fehlt Empathie und was ein verdienter Friedensnobelpreisträger als compassion bezeichnet hat. Aus den Exzellenz-Universitäten dieser Welt haben sich wohl nur Blender oder Hardliner an die Spitze setzen können. Oder Gewissenlose. Ihr könnt euch nur durchsetzen, aber könnt Ihr auch ausgleichen? Wir wollen jedenfalls nicht für euere Interessen geopfert werden.
ein anderer 25.03.2014
3. ...
Zitat von sysopDPADer Diebstahl von Nuklearmaterial durch Terroristen gilt als eine der großen Gefahren. US-Präsident Obama hat von der Weltgemeinschaft gefordert, weiter am Schutz vor Terroristen zu arbeiten. Dieser sei bisher unzureichend. Die Regierungschefs konnten sich aber nur auf wenige Punkte einigen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/atom-gipfel-regierungschefs-erzielen-nur-kleine-fortschritte-a-960752.html
Wäre es für Terroristen nicht wesentlich einfacher, die vesenkten Nuklearabfälle in den Weltmeeren zu heben?
shlomi_s.d.s. 25.03.2014
4. Tja,
Zitat von epiktet2000Das Kriegsgeschrei unserer Eliten macht uns Angst, aber vor einem realen Atomkrieg, nicht vor fiktivem Atomterrorismus. Die missratenen Eliten dieser Welt sind der gegenwärtige Horror der Menschen. Ihnen fehlt Empathie und was ein verdienter Friedensnobelpreisträger als compassion bezeichnet hat. Aus den Exzellenz-Universitäten dieser Welt haben sich wohl nur Blender oder Hardliner an die Spitze setzen können. Oder Gewissenlose. Ihr könnt euch nur durchsetzen, aber könnt Ihr auch ausgleichen? Wir wollen jedenfalls nicht für euere Interessen geopfert werden.
izach 25.03.2014
5. Gefährliche neue Welt.
Jeder selbstherrliche Despot im mittleren Osten baut inzwischen Kernkraftwerke und die ganze Welt liefert Brennstäbe und know how zu diesen potentiellen Terroristen. Macht das die Welt sicherer?
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