Eingefrorene Gelder Iran erhält erste US-Zahlung über 550 Millionen Dollar

Der Atom-Deal mit Iran ist ausgehandelt - nun soll schon bald das erste Geld aus den USA ins Land fließen. Laut "Washington Post" werden zunächst rund 550 Millionen Dollar aus eingefrorenen Öleinnahmen überwiesen. Mehrere Milliarden sollen folgen.

Atomanlage in Iran (Archivbild): Kompromiss gefunden - Sanktionen gelockert
AP/dpa

Atomanlage in Iran (Archivbild): Kompromiss gefunden - Sanktionen gelockert


Teheran/Washington - Nach dem Verhandlungserfolg im Atomstreit mit Iran werden nun rasch die ersten Gelder Richtung Teheran transferiert. Am 1. Februar würden 550 Millionen Dollar freigegeben, berichtete die "Washington Post" am Sonntag unter Berufung auf US-Quellen. Die Freigabe der Gelder in den USA ist Teil der Lockerung der Sanktionen gegen das Land.

Insgesamt sechs Tranchen würden jeweils alle 34 Tage bis Ende Juli ausgezahlt, meldet zudem der US-Sender Fox News. Dann sollten die eingefrorenen Öleinnahmen in Höhe von 4,2 Milliarden Dollar (gut drei Milliarden Euro) transferiert sein, hieß es unter Verweis auf einen hohen US-Beamten.

Ab Montag kommender Woche soll das Zwischenabkommen umgesetzt werden. Sowohl Iran als auch die EU und die USA bestätigten am Sonntag, dass in Genf eine entsprechende Übereinkunft erzielt worden sei. US-Präsident Barack Obama würdigte die Abmachung als einen "konkreten Fortschritt". Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sprach von einem "entscheidenden Schritt nach vorn".

Das Übergangsabkommen sieht vor, dass Iran für sechs Monate zentrale Teile seines Atomprogramms aussetzt und verschärfte Kontrollen seiner Anlagen zulässt. Im Gegenzug gewährt der Westen Iran eine Lockerung bei gewissen Sanktionen und sagt zu, keine neuen Wirtschaftssanktionen zu verhängen.

Iran, die fünf Vetomächte im Uno-Sicherheitsrat (USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China) sowie Deutschland hatten die Übergangsvereinbarung im November erzielt. Nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton vom Sonntag gab es aber noch einige technische Details zu klären. So war etwa die Reihenfolge der einzelnen Schritte der an der Übereinkunft beteiligten Parteien noch offen gewesen. Das sei jetzt ausgehandelt, sagte Ashton, die in den Gesprächen mit Iran die Vetomächte und Deutschland vertreten hatte.

Die Übergangsvereinbarung gilt für sechs Monate. Die Frist soll genutzt werden, um eine umfassende Dauerlösung auszuhandeln.

jok/AFP/dpa/Reuters



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