Atomabkommen Iran verstößt gegen Grenzwerte für Schwerwasserbestände

Iran besitzt anderthalb Tonnen zu viel schweres Wasser. Das überschreitet die Grenzwerte aus dem Atomabkommen, sagt die Internationale Atomenergiebehörde. Derweil verschärfen die USA die Sanktionen gegen das Land.
Iran verstößt mit den Schwerwasserbeständen gegen das Atomabkommen

Iran verstößt mit den Schwerwasserbeständen gegen das Atomabkommen

Foto: Leonhard Foeger/REUTERS

Iran hat den im Atomabkommen festgelegten Grenzwert für Schwerwasserbestände überschritten, das teilte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA in Wien mit. Bei einer Kontrolle seien am vergangenen Sonntag 131,5 Tonnen schweres Wasser festgestellt worden, laut dem internationalen Atomabkommen darf Iran aber maximal 130 Tonnen besitzen.

Die Anlage sei im Einsatz und habe erstmals seit dem angekündigten schrittweisen Rückzug Teherans aus dem internationalen Atomvertrag den Grenzwert überschritten, erklärte die IAEA. Mit dem schweren Wasser kann Plutonium für die Herstellung von Atomwaffen produziert werden.

Das Atomabkommen von 2015 soll Iran am Bau von Atomwaffen hindern und das Nuklearprogramm des Landes unter internationale Kontrolle stellen. Im Gegenzug waren internationale und nationale Sanktionen gegen Iran aufgehoben worden. Seit Mai zieht sich das Land jedoch schrittweise aus dem Abkommen zurück, Teheran reagierte damit auf den einseitigen Ausstieg der USA und die Wiedereinführung von US-Wirtschaftssanktionen.

Ausnahmegenehmigung läuft ab

Durch eine Ausnahmegenehmigung ist es Iran zwar noch möglich, mit Russland und europäischen Staaten an den iranischen Atomanlagen Fordo, Arak und Buschehr zusammenzuarbeiten. Die Genehmigung für den Standort Fordo lässt die USA nun aber ablaufen.

"Es gibt keinen legitimen Grund, die Urananreicherung in Fordo wieder aufzunehmen", sagte US-Außenminister Mike Pompeo, der das Ende der Ausnahmegenehmigung für den 15. Dezember ankündigte. Pompeo warf Iran versuchte "nukleare Erpressung" vor. "Die richtige Menge der Urananreicherung für den weltweit größten Förderer von Terrorismus ist null", sagte er.

hba/AFP/dpa
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