Atomabkommen Iran überschreitet zulässige Menge gering angereicherten Urans

Iran verletzt erstmals das Wiener Atomabkommen: Laut der Internationalen Atomenergiebehörde verfügt Teheran nun über mehr Uran als in dem Vertrag erlaubt.

Iranischer Außenminister Zarif
Carlo Allegri/REUTERS

Iranischer Außenminister Zarif


Iran hat erstmals die Obergrenze seiner niedrig angereicherten Uranvorräte überschritten. Das sagte Außenminister Mohammad Javad Zarif, nachdem zuvor bereits die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars darüber berichtet hatte.

Am Montagnachmittag bestätigte auch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) die Überschreitung. Nach dem Wiener Atomabkommen liegt die vorgeschriebene Obergrenze bei 300 Kilogramm.

Falls die Berichte stimmen, hätte Iran mit diesem Schritt erstmals auch das Atomabkommen verletzt. Die Vereinbarung von 2015 soll dazu dienen, Teheran am Bau einer Atombombe zu hindern. Neben der Obergrenze bei den erlaubten Vorräten muss Iran auch die Auflage beachten, dass er sein Uran nicht höher als 3,67 Prozent anreichern darf. Dagegen will Teheran nach bisherigen Angaben am 7. Juli verstoßen.

Mit der Ankündigung reagiert die Islamische Republik vor allem auf die Sanktionspolitik der USA. Die US-Regierung hatte sich unter Präsident Donald Trump aus dem Abkommen 2018 zurückgezogen und hat seitdem die Sanktionen immer weiter verschärft. Die von Iran einst erhoffte wirtschaftliche Erholung durch erleichterten Im- und Export wurde durch diese Schritte torpediert. Die verbliebenen Partner des Abkommens - Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland - versuchen seit geraumer Zeit, den Deal zu retten.

kev/cte/dpa/Reuters

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.