Atomkonflikt Iran beginnt mit Urananreicherung

Iran zeigt sich im Atomkonflikt mit den Vereinten Nationen unbeirrt: Teheran hat 1300 Zentrifugen installiert und mit der Urananreicherung begonnen.


Wien - Ein Diplomat der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA bestätigte am Mittwoch in Wien entsprechende Angaben der iranischen Führung. Die islamische Republik habe in der unterirdischen Atomanlage Natans 1300 Zentrifugen installiert, die zur Urananreicherung dienen können.

In einem vertraulichen Brief protestiert die IAEA gegen eine iranische Entscheidung, Inspektoren den Zugang zu einer in Bau befindlichen Schwerwasseranlage zu verweigern, in der einmal Plutonium produziert werden könnte.

Im Konflikt mit der internationalen Gemeinschaft über das iranische Atomprogramm hatte Präsident Mahmud Ahmadinedschad schon wiederholt damit gedroht, dass die nukleare Entwicklung weiter vorangetrieben werde. Seinen Angaben zufolge hat Iran die industrielle Produktion von Atombrennstoff gestartet.

Ahmadinedschad drohte heute den Gegnern Irans mit der Schlagkraft seiner Armee. Die Streitkräfte würden jedem Angreifer die Hand abschlagen, erklärte der Staatschef in einer Ansprache aus Anlass der jährlichen Militärparade am Grab des Gründers der Islamischen Republik, Ajatollah Ruhollah Chomeini.

"Die Armee steht in voller Einsatzbereitschaft, um ihre Verantwortung zu erfüllen", sagte Ahmadinedschad. Zugleich bezeichnete er die Streitkräfte als eine Kraft des Friedens und der Sicherheit für die gesamte Region.

Über dem Podium, auf dem Ahmadinedschad seine Rede hielt, prangte ein Schriftzug mit den Worten: "Eine friedliche Atomtechnik ist ein fundamentales und grundlegendes Recht unseres Landes".

Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel seines zivilen Nuklearprogramms an Atomwaffen zu arbeiten. Um die Islamische Republik zu einer vollständigen Offenlegung ihrer Anlagen zu zwingen, hat der Uno-Sicherheitsrat vor kurzem seine Sanktionen gegen die Regierung in Teheran verschärft.

hen/AFP/AP/Reuters



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