Bericht von Uno-Botschaftern Iran entwickelt offenbar weiter Atomraketen

Iran soll mit der Entwicklung von Trägertechnologien für Atomwaffen gegen eine Uno-Resolution verstoßen. Das berichten drei Uno-Botschafter ihrem Generalsekretär. Iran bestreitet die Vorwürfe.
Iranische Raketen bei der Militärschau zum 40. Jahrestages der islamischen Revolution (Archivfoto)

Iranische Raketen bei der Militärschau zum 40. Jahrestages der islamischen Revolution (Archivfoto)

Foto: Vahid Salemi/ dpa

Nach Einschätzung von Deutschland, Frankreich und Großbritannien entwickelt Iran weiterhin atomwaffenfähige Raketen. In einem Brief  an Uno-Generalsekretär António Guterres nennen die Uno-Botschafter der drei europäischen Länder mehrere Trägersysteme, die mit nuklearen Sprengköpfen bestückt werden könnten. So zeigten im Internet verbreitete Aufnahmen einen Test der Rakete "Shabab-3", die technisch in der Lage sei, eine Atombombe zu tragen.

Diese "jüngsten Fortschritte" bei der Entwicklung von Trägertechnologien für Atomwaffen verstießen gegen die Bestimmungen einer Resolution des Uno-Sicherheitsrats aus dem Jahr 2015, mit der das Gremium das internationale Atomabkommen mit Iran bestätigt hatte, heißt es in dem Brief.

Erwähnt wird darin auch die Mittelstreckenrakete "Borkan-3", die von den iranisch unterstützen Huthi-Rebellen eigenen Angaben zufolge im August eingesetzt wurde. Die "Borkan-3" sei technisch von der iranischen "Qiam-1"-Rakete abgeleitet, die vom Iran in Syrien eingesetzt werde. "Dies zeigt erneut die Verbindung zwischen dem iranischen Raketenprogramm und dem Einsatz ballistischer Raketen im Jemen."

Iran weist Vorwürfe zurück

Der iranische Außenminister Mohammed Dschwas Sarif wies die Vorwürfe als "verzweifelte Lüge" zurück. Die Regierungen in Berlin, Paris und London wollten damit davon ablenken, dass sie ihren eigenen Verpflichtungen nicht nachkämen. Sie könnten nur dann "weltweite Glaubwürdigkeit" erringen, wenn sie sich dem "amerikanischen Druck" nicht weiter beugten, sagte Sarif.

Die Spannungen zwischen den USA und Iran haben sich deutlich verschärft, seitdem US-Präsident Donald Trump vor anderthalb Jahren das internationale Abkommen zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms einseitig aufgekündigt hat. Einer von Trumps Hauptkritikpunkten an der Vereinbarung von 2015 ist, dass sie sich auf die nuklearen Aktivitäten des Landes beschränkt und keine Restriktionen für das iranische Raketenprogramm vorsieht.

Seit ihrem einseitigen Ausstieg aus dem Atomabkommen haben die USA ihre Sanktionen gegen den Iran sukzessive massiv verschärft. Iran nahm im November die Urananreicherung wieder auf.

mes/dpa/AFP