Atomkonflikt Iran lehnt EU-Paket ab

Iran ist nicht an dem jüngsten Angebot aus Brüssel interessiert. Die EU hat ein Paket geschnürt, mit dem das Land zur Aufgabe seines umstrittenen Atomprogramms gebracht werden soll. Bestandteil soll angeblich ein Leichtwasserreaktor sein.


Teheran - Klare Ablehnung aus Teheran: Die Entscheidung, das Recht auf Urananreicherung zu wahren, sei "endgültig und unumstößlich", erklärte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Hamid Resa Assefi, heute. Iran habe nach dem Atomwaffensperrvertrag das Recht auf eine friedliche Nutzung der Nuklearenergie. Deshalb sei es erstaunlich, dass EU-Chefdiplomat Javier Solana so "unverantwortliche Bemerkungen" mache.

In den vergangenen drei Jahren habe Iran der EU immer wieder seinen Willen klar gemacht, nuklearen Brennstoff für friedliche Zwecke zu produzieren. "Wir wollen nichts, was über den Atomwaffensperrvertrag hinaus geht", betonte Assefi.

Am Vortag hatte die EU angekündigt, Iran im Gegenzug für einen Stopp der Urananreicherung ein umfassendes Angebot zu machen. Details haben die EU-Außenminister bisher nicht bekannt gegeben. Teil des Pakets sei es aber, Iran modernste Kernkraftwerks-Technologien an die Hand zu geben, sagte Solana.

Nach Angaben eines hohen Diplomaten erwägt die Dreiergruppe Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Iran den Bau eines Leichtwasserreaktors anzubieten. Die Beratungen dazu dauerten aber noch an. In Washington erklärte ein Regierungsbeamter, das Weiße Haus würde einen solchen Vorschlag wahrscheinlich ablehnen.

ler/AFP/dpa/AP



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