Atomkonflikt
Iran will Uran-Anreicherung für zwei Monate aussetzen
Der Iran ist im Konflikt um seine Atompolitik offenbar bereit zu einem Kompromiss. Nach Angaben eines EU-Diplomaten will Teheran seine umstrittene Uran-Anreicherung für zwei Monate stoppen. Der iranische Unterhändler Ali Laridschani hatte sich in Wien mit dem Chefdiplomaten der Europäischen Union getroffen.
Wien Dabei habe Laridschani dem EU-Vertreter Javier Solana ein entsprechendes Angebot für eine Aussetzung der Uran-Anreicherung unterbreitet, sagte der EU-Diplomat, der namentlich nicht genannt werden wollte. Zu Details, wie etwa dem geplanten Zeitpunkt der Aussetzung, machte er keine Angaben.
In EU-Diplomatenkreisen war schon die Tatsache, dass Solana und Laridschani nach ihrem ersten Treffen am Samstag zu einem zweiten Gespräch am Sonntag zusammenkamen, als Zeichen für die Erfolgsaussicht gewertet worden. Das Treffen war ursprünglich bereits für Mittwoch angesetzt, dann aber in letzter Minute abgesagt worden. Beobachter werteten das diplomatische Hickhack als Anzeichen für den Nervenkrieg zwischen beiden Seiten.
Solana und Laridschani bestätigten nach ihrer zweitägigen Zusammenkunft, dass dabei Missverständnisse ausgeräumt worden seien und die Gespräche in einigen Tagen fortgesetzt würden. Die Treffen galten als letzte Chance, doch noch eine für beide Seiten akzeptable Lösung im Atomstreit zu finden. Die USA dringen auf rasche Beratungen des Uno-Sicherheitsrates der über Sanktionen gegen den Iran.
Die fünf Vetomächte im Uno-Sicherheitsrat und Deutschland hatten Iran im Juni ein Paket mit Angeboten zu wirtschaftlicher und technischer Zusammenarbeit einschließlich der Lieferung von Nukleartechnologie im Gegenzug für einen Stopp der Urananreicherung unterbreitet. Westliche Regierungen verdächtigen die Machthaber in Teheran, unter dem Deckmantel eines Nuklearprogramms zur Energiegewinnung Atomwaffen zu entwickeln. Iran bestreitet dies. Angereichertes Uran kann je nach Anreicherungsgrad für Atomkraftwerke oder -waffen genutzt werden.
Solana wollte in Wien sondieren, ob die Islamische Republik auf dem Verhandlungsweg dazu zu bringen ist, ihre Urananreicherung auszusetzen. Hauptstreitpunkt ist die Forderung des Uno-Sicherheitsrats, dass dieser Anreicherungsstopp eine Vorbedingung für Verhandlungen mit dem Iran über ein internationales Anreizpaket sein muss. Ein entsprechendes Ultimatum hatte der Iran am 31. August verstreichen lassen.
kai/Reuters/AP
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