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24. Oktober 2011, 13:43 Uhr

Atomkonflikt

USA und Nordkorea sprechen über Nuklearprogramm

Es ist ein diplomatischer Kraftakt: Vertreter der USA und Nordkoreas sind in Genf zu Gesprächen über das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm zusammen gekommen. Washington will erreichen, dass Pjöngjang zu den Sechs-Staaten-Gesprächen über sein Atomprogramm zurückkehrt.

Genf - Es ist das zweite bilaterale Treffen zwischen den USA und Nordkorea seit Juli 2011: Am Montag haben sich Vertreter beider Länder in Genf getroffen, um über Pjöngjangs umstrittenes Atomprogramm zu sprechen. Wie der amerikanische Sonderbeauftragte Clifford Hart bestätigte, findet das Zusammentreffen in der US-Vertretung bei den Vereinten Nationen statt. Es ist auf zwei Tage angesetzt. In einer ersten Runde sei es um die Darstellung der eigenen Positionen gegangen, fügte Hart hinzu.

"Ich denke, das waren ganz nützliche Darstellungen", sagte Hart vor Journalisten. Die nordkoreanische Delegation, die von Vizeaußenminister Kim Kye Gwan geführt wird, äußerte sich zunächst nicht.

Experten richteten allerdings eher geringe Erwartungen an die Gespräche, bei denen es auch um eine Beilegung der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel gehen soll. Auch Nord- und Südkorea haben eine Serie von Gesprächen geführt.

Die USA wollen erreichen, dass Nordkorea zu den Sechs-Staaten-Gesprächen über Pjöngjangs Atomprogramm zurückkehrt. Sie waren 2008 gescheitert, als die Vereinten Nationen nach einem zweiten Atomtest Sanktionen gegen Nordkorea verhängten. An den Verhandlungen waren Nordkoreas Schutzmacht China, Russland, Japan, die USA und Südkorea beteiligt. China drängt Nordkorea zu einer Vertiefung der Gespräche mit den USA. Dies würde die Stabilität in der Region fördern, sagte der chinesische Vize-Ministerpräsident Li nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua dem nordkoreanischen Ministerpräsidenten Choe Yong-rim.

heb/AFP/Reuters/dpa

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