Atompolitik Al-Baradei fordert Iran zu besserer Zusammenarbeit auf

Iran hat die Internationalen Atomenergie-Organisation bislang nur "unzureichend" über das umstrittene Programm zur Urananreicherung informiert. Generaldirektor Mohammed al-Baradei forderte die Regierung deshalb zu einer besseren Zusammenarbeit auf.


Wien - Es würden weitere Details benötigt, um die Untersuchungen abzuschließen, sagte al-Baradei in seinem Jahresbericht vor dem Gouverneursrat der der Internationalen Atom-Energiebehörde (IAEA). Der wiedergewählte Generaldirektor fordert darin vor allem einen besseren Zugang zu den nuklearen Forschungseinrichtungen Lavinsa-Schian und Parchin. Bislang seien die von Teheran gelieferten Informationen nur "unzureichend".

Fortschritte habe es dagegen bei der Untersuchung der Herkunft von Spuren hoch angereicherten Urans gegeben, die IAEA-Inspekteure im vergangenen Jahr in Iran an Zentrifugen zur Urananreicherung gefunden hatten. Teheran hatte erklärt, dass diese Spuren bereits an den Zentrifugen vorhanden waren, die man - vermutlich von Pakistan - gekauft habe.

Nach Angaben al-Baradeis hat dieses Land der IAEA inzwischen Zentrifugenteile zur Verfügung gestellt, um die iranischen Angaben überprüfen zu können.

Die USA werfen Teheran vor, heimlich am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Iran hatte im vergangenen Dezember sein umstrittenes Programm zur Anreicherung von Uran vorläufig eingestellt, um Verhandlungen mit der EU zu ermöglichen.



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