Atomprogramm Iran schafft Zentrifugen in unterirdische Bunker

Das iranische Atomprogramm läuft offenbar auf Hochtouren: Die Regierung in Teheran hat verkündet, erste Zentrifugen in einem neuen Bunkersystem zu installieren. Die Existenz der Anlage hatte das Regime erst zugegeben, als westliche Geheimdienste sie entdeckt hatten.

Iranische Atomanlage Natans: Zentrifugen werden nach Fordo gebracht
REUTERS

Iranische Atomanlage Natans: Zentrifugen werden nach Fordo gebracht


Teheran - Iran weitet sein umstrittenes Atomprogramm aus: Ungeachtet internationaler Kritik hat die Islamische Republik mit der Verlagerung von Zentrifugen zur Urananreicherung in Bunker begonnen.

Einige Zentrifugen seien bereits aus der alten Anlage Natans im Zentrum des Landes in der neuen Atomanlage Fordo eingetroffen, teilte der Chef der iranischen Atombehörde, Feridun Abbasi Dawani, im staatlichen Fernsehen mit.

Die Regierung in Teheran hatte den Schritt im Juni zusammen mit einem deutlichen Ausbau der Urananreicherung angekündigt. Ziel sei es, die Kapazitäten zur Herstellung auf 20 Prozent angereicherten Urans zu verdreifachen, hatte Abbassi Dawani damals erklärt. Das Regime prahlte mit besseren Zentrifugen, die den Prozess enorm beschleunigen würden.

Regime leugnete Existenz der neuen Anlage zunächst

Die neue Anlage Fordo wurde im Norden des Landes in einem Bergbunker gebaut. Iran hat die Existenz der Anlage erst eingestanden, als westliche Geheimdienste sie entdeckt hatten. Das Regime wird verdächtigt, unter dem Deckmantel der zivilen Atomnutzung Kernwaffen zu entwickeln. Das Außenministerium wehrt sich seit dem Start des Programms gegen diese Vorwürfe.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ramin Mehmanparast, beharrt darauf, dass das Land sein Atomprogramm lediglich zu friedlichen Zwecken nutze. Mit dieser Begründung hat sich Teheran trotz internationaler Kritik bislang geweigert, sein Programm zu stoppen. Der Brennstoff werde für die Stromgewinnung oder für einen medizinischen Forschungsreaktor gebraucht, argumentierte das Regime.

Ende Mai veröffentlichte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) Zahlen, denen zufolge das Land bislang mehr als vier Tonnen schwach angereicherten Urans und rund 60 Kilogramm auf 20 Prozent angereicherten Urans besitzt. Das angereicherte Uran kann sowohl in Atomkraftwerken zum Einsatz kommen als auch zum Bau von Atomwaffen verwendet werden.

dis/Reuters/AFP



insgesamt 47 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
galahad610 22.08.2011
1. war doch klar...
Zitat von sysopDas iranische Atomprogramm läuft offenbar auf Hochtouren: Die Regierung in Teheran hat verkündet, erste Zentrifugen in einem neuen Bunkersystem zu installieren. Die Existenz der Anlage hatte das Regime erst zugegeben, als westliche Geheimdienste sie entdeckt hatten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,781633,00.html
...oder hat hier irgendjemand,die vom iran bezahlten schreiberlinge mal ausgenommen,WIRKLICH gedacht die wollen akw´s zur energiegewinnung bauen?wäre sinnvoller raffinerien zu errichten um die komplette wertschöpfungskette im öl-bereich abzudecken,daß die benzin importieren müssen ist ein schlechter witz...und das mit der zivilen atomenergie ist ein märchen,das haben die maßgeblichen staaten(incl. russland) angeboten,zum NULLTARIF...die wollen die bombe...und die israelis werden sich da bald drum kümmern(müssen)...ich sag nur:guten flug! hochachtungsvoll
stevie76 22.08.2011
2. ..
warum halten sich die israelis eigentlich so zurück, die sind doch sonst nicht gerade zimperlich. viell. gehts iran tatsächlich nur um atomstrom, allerdings sollten die dann kooperativer werden.
sagichned 22.08.2011
3. ....
Zitat von galahad610...oder hat hier irgendjemand,die vom iran bezahlten schreiberlinge mal ausgenommen,WIRKLICH gedacht die wollen akw´s zur energiegewinnung bauen?wäre sinnvoller raffinerien zu errichten um die komplette wertschöpfungskette im öl-bereich abzudecken,daß die benzin importieren müssen ist ein schlechter witz...und das mit der zivilen atomenergie ist ein märchen,das haben die maßgeblichen staaten(incl. russland) angeboten,zum NULLTARIF...die wollen die bombe...und die israelis werden sich da bald drum kümmern(müssen)...ich sag nur:guten flug! hochachtungsvoll
Nach dem disaster in Lebanon und jetz von der nato in libyen, kann sich der "iran" entspannt zurücklehnen.
Trollvottel 22.08.2011
4. Der
Zitat von stevie76warum halten sich die israelis eigentlich so zurück, die sind doch sonst nicht gerade zimperlich. viell. gehts iran tatsächlich nur um atomstrom, allerdings sollten die dann kooperativer werden.
Iran ist sehr sehr schlagkräftig auch mit konservativen Waffen.
dr.u. 22.08.2011
5. Wieso?
Zitat von sagichnedNach dem disaster in Lebanon und jetz von der nato in libyen, kann sich der "iran" entspannt zurücklehnen.
Gaddafi fällt. Libyen ist seinen Diktator so gut wie los. Die Deutschen marschieren ein und koordinieren den Wiederaufbau. Da sind die restlichen Natokampftruppen wieder frei für andere Scharmützel. Erst wird Syrien destbilisiert, dann das dortige Regime abgesetzt. Das dürfte dann auch schneller gehen als bei Gaddafi. Woll'n doch dann mal sehen, ob sich nicht auch das iranische Volk zu einer Konterrevolution bewegen läßt. Ich bin mir sicher, dass es sehr naiv ist den westlichen Regierungen (und allen voran den USA) zu unterstellen, sie hätten noch nicht mitbekommen, dass man ein totalitäres Regime am Besten von innen heraus, durch das eigene Volk, zu fall bringt... In Afghanistan hat man leider noch vor dieser Erkenntnis etwas angefangen, was durch eine Revolution von innen nicht (mehr) in die gewünschten Bahnen zu lenken ist.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.