Atomprogramm Iran soll bereits Anlagen getestet haben

Die iranischen Atomanlagen sind nach Informationen des US-Nachrichtenmagazins "Time" erheblich weiter fortgeschritten als bisher bekannt. In den USA gilt das als Beleg dafür, dass der Iran ein geheimes Atomwaffenprogramm betreibt.

Washington - Wie "Time" am Sonntag in seiner Online-Ausgabe berichtete, gibt es in der Anlage bei Natanz bereits Hunderte von Gaszentrifugen zur Anreicherung von Uran. Tausende von weiteren Werkstücken stünden zur Montage bereit.

Bei einem Kontrollbesuch habe der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), Mohammed al-Baradei, festgestellt, dass Iran schon Anlagen getestet habe. Das wäre ein Verstoß gegen den Atomwaffensperrvertrag. US-Außenminister Colin Powell sagte am Sonntag, der Vorgang demonstriere, wie wichtig eine genaue Überwachung sei. Akvititäten dieser Art könnten manchmal jahrelang unentdeckt bleiben.

Iran hatte Anfang Februar überraschend eine Ausweitung seines Atomprogramms angekündigt. Künftig will das ölreiche Land eigene Kernbrennstäbe für seine Atomanlagen herstellen. Teheran hat versichert, sein Atomprogramm verfolge ausschließlich friedliche Ziele. Die Regierung will ein Zusatzprotokoll zum Sperrvertrag unterzeichnen, das unangemeldete UN-Kontrollen der Atomanlagen erlaubt.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.