Atomstreit Blockfreie wollen Position Irans unterstützen

Im Streit um Irans Atomprogramm wollen sich die Blockfreien Staaten hinter Iran stellen. Im Entwurf einer Erklärung heißt es, das Land kooperiere mit der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA). Irans Außenminister zeigt sich verhandlungsbereit.


Putrajaya - In dem Entwurf der 114 Staaten heißt es weiter, Atomforschung sei das unveräußerliche Recht eines jeden Staates. "Jeder Angriff und jede Drohung mit einem Angriff gegen zivile atomare Anlagen stellt eine große Gefahr für Menschen und die Umwelt dar", hieß es in dem Papier, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Über den Text sollten Vertreter der Staaten im Laufe des Tages im malaysischen Putrajaya abstimmen.

Mottaki: Keine Furcht vor Angriff  
AFP

Mottaki: Keine Furcht vor Angriff  

Zwar kann der Resolutionstext noch geändert werden. Nach Protesten von US-Verbündeten wie Singapur, Jamaika und Chile waren einige Formulierungen jedoch bereits abgemildert worden. Vorwürfe der USA und einiger ihrer Verbündeten, der Iran strebe nach Atomwaffen, wurden in dem Entwurf nicht erwähnt.

Am Vortag hatte Malaysias Ministerpräsident Ahmad Badawi dazu aufgerufen, Iran zu unterstützen. Die Blockfreien machen zwei Drittel der Staaten der Vereinten Nationen (Uno) aus. In ihren Reihen befinden sich die prominentesten Gegner der USA, darunter der Iran, Nordkorea, Kuba, Birma, Simbabwe und Venezuela. Die Gruppe entstand 1961 während des Kalten Kriegs.

Iran zu Verhandlungen mit EU-Trio bereit

Iran hatte Außenminister Manutschehr Mottaki zu dem Treffen entsandt, um für die Position seines Landes zu werben. Nach dessen Aussage ist Iran zu einer sofortigen Wiederaufnahme der Verhandlungen mit dem EU-Trio aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien über sein Atomprogramm bereit. Das sagte er heute in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur. Das europäische Verhandlungstrio will den Iran mit einem Paket wirtschaftlicher Anreize von der Urananreicherung abbringen.

Sein Land fürchten sich nach seinen Worten nicht vor dem Westen. Die USA könnten Iran nicht angreifen. Die amerikanischen Streitkräfte hätten bereits viele Probleme im Irak und in Afghanistan, sagte Mottaki. Washington könne den Steuerzahlen daher keine weitere Krise zumuten.

asc/AP/Reuters/AFP



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