Atomstreit Bush lobt Vorstoß gegen Iran

Als "positiven ersten Schritt" hat George W. Bush im Streit über das Atomprogramm Irans die Resolution der Internationalen Atomenergiebehörde begrüßt. Die USA drohten der Regierung in Teheran aber auch erneut mit der Einschaltung des Weltsicherheitsrates.


Crawford/Teheran - "Die Welt ist sich einig, dass die Iraner nicht die Mittel haben sollen, Atomwaffen zu entwickeln", sagte Bush auf seiner Ranch in Crawford (Texas). Die USA unterstützten weiter die Verhandlungen der drei EU- Staaten Deutschland, Großbritannien und Frankreich mit Iran. Die Resolution der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sei ein "positiver erster Schritt".

"Wenn Iran nicht die erforderlichen Schritte unternimmt, die in der IAEA-Resolution beschrieben sind, dann erwarten wir als nächsten Schritt den Gang zum Uno-Sicherheitsrat", sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Adam Ereli, in Washington. Die Regierung in Teheran müsse die Uran-Umwandlung in Isfahan unverzüglich beenden, forderte er. Auch Uno-Generalsekretär Kofi Annan begrüßte dem Beschluss der IAEA. Der Generalsekretär hoffe, dass die Resolution umgesetzt werde, sagte ein Sprecher Annans.

Einen Tag nach der Inbetriebnahme der Atomanlage bei Isfahan hatte die Uno-Atombehörde in Wien Iran aufgefordert, seine Entscheidung rückgängig zu machen und die Uranumwandlung zu stoppen. Nach tagelangen Verhandlungen beschloss der Gouverneursrat der IAEA gestern einstimmig eine Resolution, in der das Gremium seine "ernste Besorgnis" darüber ausdrückt, dass Teheran wieder mit der Uranumwandlung begonnen habe. Iran wird darin "dringend aufgefordert", alle Aktivitäten in Hinblick auf sein Programm zur Urananreicherung wieder auszusetzen. In der Resolution wird eine mögliche Einschaltung des Uno-Sicherheitsrates, der Sanktionen verhängen könnte, aber nicht erwähnt.

Iran wies die Kritik der Atombehörde erwartungsgemäß zurück. Teherans Gesandter bei der IAEA, Mohammed-Mehdi Akhundasadeh, sagte, Irans Aktivitäten seien in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht. Die Atomanlage von Isfahan stehe rund um die Uhr unter Überwachung durch die IAEA.

Israel warnte unterdessen, dass Iran "unter keinen Umständen" nukleare Waffen entwickeln dürfe.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.