Atomstreit Iran deutet Verschiebung von Uran-Anreicherung an

Im Atomstreit mit den USA und der EU hat der Iran teilweise eingelenkt. Unter verstärktem europäischen Druck deutete der Golfstaat zumindest eine Verschiebung der Wiederaufnahme seiner umstrittenen Uran-Anreicherung an.


Wien/Teheran - "Es gibt keinen bestimmten Termin für die Wiederaufnahme der Wiederaufarbeitung", sagte der Chef des Teheraner Atomprogramms, Gholamresa Aghasadeh, am Donnerstag in einer vom iranischen Fernsehen gezeigten Diskussionsrunde. Es sei möglich, das ein paar Tage zu verschieben.

Zuvor hatten Großbritannien und Frankreich Iran noch einmal eindringlich vor der Wiederaufnahme der Uran-Anreicherung gewarnt. Während der französische Außenminister Michel Barnier der Regierung mit nicht näher bezeichneten Konsequenzen drohte, wurde der britische Premierminister Tony Blair deutlicher. Er erklärte, er sei dafür, den Fall an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen weiterzuleiten, wenn Iran seine Verpflichtungen zum Verzicht auf die Uran-Anreicherung missachte.

Der Iran hat die Anreicherung von Uran im November ausgesetzt, sich aber das Recht vorbehalten, das Programm zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen. In den vergangenen Tagen häuften sich die Hinweise auf eine Wiederaufnahme der entsprechenden Arbeiten. Teheran hat stets versichert, sein Atomprogramm diene ausschließlich der Energiegewinnung.



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