Atomstreit Iran kündigt Bau von zwei Uran-Anlagen an

Iran verschärft im Atomstreit mit dem Westen seinen Konfrontationskurs: Trotz Sanktionsdrohungen will Teheran zwei weitere Anlagen zur Urananreicherung errichten. Baubeginn könnte bereits in wenigen Wochen sein.

Iranischer Präsident Ahmadinedschad: Bau neuer Atomanlagen angeordnet
REUTERS

Iranischer Präsident Ahmadinedschad: Bau neuer Atomanlagen angeordnet


Teheran - Iran drückt bei seinem Programm zur Urananreicherung ungeachtet internationaler Proteste aufs Tempo. Die Regierung in Teheran hat den Bau von zwei weiteren Anreicherungsanlagen angekündigt. Bereits nach dem März sollen die Arbeiten beginnen, sagte der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, der Nachrichtenagentur Isna. Dann beginnt das neue iranische Kalenderjahr. Die Anweisung komme direkt von Präsident Mahmud Ahmadinedschad.

Die neuen Anlagen sollen im Gebirge versteckt errichtet werden, "um vor jeglichem Angriff geschützt zu sein", führte Salehi aus. Trotz internationaler Proteste und Sanktionsdrohungen hat Iran im Februar in Natans mit einer höheren Urananreicherung auf 20 Prozent begonnen. Die USA drängen deshalb auf neue Sanktionen gegen Teheran.

In Natans steht die bisher einzige voll funktionsfähige Urananreicherungsanlage der Islamischen Republik. Die beiden geplanten neuen Anlagen sollen jeweils die Kapazität der Atomanlage in Natans erreichen, kündigte Salehi an. Insgesamt seien derzeit zehn neue Anreicherungsanlagen geplant. Für fünf von ihnen seien bereits Standorte gefunden. Längerfristig seien 20 Anlagen vorgesehen.

Teheran steht seit längerem im Verdacht, unter dem Deckmantel eines friedlichen Energieprogramms heimlich nach Atomwaffen zu streben. Laut einem neuen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA könnte das islamische Land bereits an einem Atomwaffensprengkopf bauen. Die Regierung in Teheran weist die Vorwürfe stets zurück und verweist etwa auf medizinische Zwecke. Erst vor wenigen Wochen war ein Atomdeal mit der IAEA und den Weltmächten gescheitert.

mmq/AFP/dpa



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