Atomstreit Iran provoziert mit Langsamkeit

Die iranische Regierung provoziert den Westen im Atomstreit erneut. Teheran will sich mit seiner Antwort auf das Angebotspaket bis mindestens Mitte August Zeit lassen. Die EU hat jedoch erklärt, bis nächste Woche eine Reaktion haben zu wollen.


Zürich - Teheran bleibt bei seinem betont langatmigen Zeitplan: Die Antwort werde zwischen dem 14. und 22. August kommen, sagte der iranische Außenminister Manuschehr Mottaki heute in Teheran. Der iranische Botschafter in der Schweiz, Madschid Tacht Rawanchi, erklärte der Zeitung "Sonntagsblick": "Wir brauchen die Zeit, um die Vorschläge ohne Bedenken zu prüfen."

Die EU rechnet indes am Dienstag mit einer ersten substanziellen Antwort Irans. Dann sollen der EU-Außenbeauftragte Javier Solana, der iranische Chefunterhändler Ali Laridschani und die Vertreter von drei der fünf Veto-Mächte im Uno-Sicherheitsrat sowie Deutschlands in Brüssel zusammentreffen. Dabei geht es um das von Solana am 6. Juni in Teheran unterbreitete Angebotspaket, in dem die sechs Staaten (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland) Iran als Vorbedingung für Verhandlungen auffordern, alle Aktivitäten im Zusammenhang mit der Urananreicherung und der Wiederaufarbeitung nachprüfbar auszusetzen. Das Paket enthält daneben zahlreiche Anreize für Iran. Die Sechs mahnen eine Antwort auf ihre Vorschläge noch vor dem G-8-Gipfel vom 15. bis 17. Juli in St. Petersburg an.

Die iranische Führung erklärte jedoch wiederholt, sie werde erst nach eingehender Prüfung des Pakets antworten. Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte das Ende des iranischen Monats Mordad am 22. August als Datum für die Bekanntgabe der Antwort genannt.

Iran steht im Verdacht, an Atomwaffen zu arbeiten. Die Regierung in Teheran sagt dagegen, lediglich Strom erzeugen zu wollen.

ler/reuters/AFP



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