Nuklearstreit Iran will Verlängerung für Atomverhandlungen

Die internationale Gemeinschaft ringt um eine Einigung im Atomstreit mit Iran. Der fordert jetzt offenbar eine Verlängerung der Verhandlungen. Es wäre nicht das erste Mal.
Atomanlage in Iran: stockende Verhandlungen

Atomanlage in Iran: stockende Verhandlungen

Foto: HO/ REUTERS

Hamburg - In den Gesprächen über das iranische Atomprogramm in Wien geht es nicht so recht voran. Deshalb erwägt Teheran offenbar eine Verlängerung der Verhandlungsfrist.

Sollte am Sonntag "bis zum Nachmittag oder bis zum Abend" keine Einigung erzielt werden, könnte die eigentlich am Montag auslaufende Frist nach Vorstellung Teherans um bis zu ein Jahr verlängert werden, hieß es aus iranischen Diplomatenkreisen in der österreichischen Hauptstadt. Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland verhandeln dort mit Iran über ein Nuklearabkommen. Es soll dem Land die friedliche Nutzung der Atomtechnologie erlauben, zugleich aber verhindern, dass es Atomwaffen entwickelt.

Der Westen wirft dem Land vor, unter dem Deckmantel der Energiegewinnung nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist dies zurück. Die Sechser-Gruppe will erreichen, dass Iran alles unterlässt, was zum Bau von Atomwaffen führen könnte. Vor einem Jahr hatten die Verhandlungspartner in Genf eine Übergangslösung erzielt, wonach Iran Teile seines Atomprogramms aufgeben und tägliche Kontrollen ermöglichen soll. Im Gegenzug versprach der Westen die Lockerung von Wirtschaftssanktionen. Eigentlich hätte ein dauerhaftes Abkommen bis zum 20. Juli stehen sollen. Doch die Frist wurde bereits auf den 24. November verlängert.

ric/afp/reuters