Atomstreit Nordkorea nennt US-Vorschlag unvernünftig

Keine Fortschritte bei den Sechser-Gesprächen: Nordkorea hat einen Vorschlag der USA zur Lösung des Atomstreits abgelehnt. Er sei "unvernünftig", lautete die Begründung laut Medienberichten. Das Land stellte Bedingungen für einen möglichen Stopp des Atomprogramms.


Seoul/Peking - Der Vorschlag enthalte keine spezifischen Angaben über eine friedliche Koexistenz und sei "unvernünftig", zitierte heute die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap den nordkoreanischen Vizeaußenminister Kim Kye Gwan am Verhandlungsort in Peking. Kim habe auf den Vorschlag geantwortet, den die USA bei der vorigen Sechserrunde vor mehr als einem Jahr vorgelegt hätten. Der Vorschlag sah unter anderem Anreize wie Sicherheitsgarantien und Wirtschafthilfe bei einem vollständigen Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms vor.

Kim habe zugleich erklärt, dass Nordkorea das Atomprogramm beenden wolle, falls die USA die bilateralen Beziehungen normalisierten und ihre atomare Bedrohung des Landes beseitigten, berichtete Yonhap. Die USA müssten eine "bedingungslose Garantie" geben, keine Atomwaffen gegen Nordkorea einzusetzen. US-Chefunterhändler Christopher Hill habe Nordkorea erneut aufgerufen, alle bestehenden Atomwaffen und Atomprogramme zu beseitigen.

Die Delegierten bei den Sechser-Gesprächen hatten am zweiten Tag ihre Beratungen fortgesetzt. Nach 13-monatiger Unterbrechung hatte die neue Runde am Vortag mit positiven Signalen der USA und Nordkoreas begonnen. Hill hatte erklärt, Washington werde nach dem Prinzip "Tat für Tat" auf ein Einlenken Pjöngjangs antworten.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.