Atomstreit Nordkorea signalisiert Gesprächsbereitschaft

Nordkorea will laut Angaben des US-Außenministeriums nach monatelanger Verhandlungspause wieder Gespräche über sein Atomprogramm aufnehmen. Einen genauen Zeitpunkt für die Verhandlungen hat die Führung in Pjöngjang jedoch nicht vorgeschlagen.


Washington - Die Gespräche liegen seit einem Jahr auf Eis. In der Zwischenzeit hat Nordkorea bestätigt, über ein Atomwaffenarsenal zu verfügen. Dies diene der Abschreckung, um einen Angriff der USA zu verhindern. Die nordkoreanische Führung habe ihre grundsätzliche Bereitschaft zu Gesprächen übermittelt, dabei allerdings offengelassen, wann sie wiederaufgenommen werden sollen, sagte US-Außenamtssprecher Sean McCormack heute in Washington.

Gestern waren in den USA nordkoreanische und amerikanische Diplomaten zu Gesprächen über das Atomprogramm zusammengetroffen. Das Treffen fand auf Drängen Nordkoreas statt. Die amerikanische Delegation forderte Pjöngjang dabei abermals auf, sein Atomwaffenprogramm einzustellen. Zugleich zogen die USA aber ihre Drohung zurück, die Angelegenheit vor den Uno-Sicherheitsrat zu bringen und damit Sanktionen gegen Nordkorea zu ermöglichen.

Nordkorea lehnte es bislang ab, die stockenden Sechs-Nationen-Gespräche fortzusetzen und wirft den USA eine feindliche Haltung vor. Das Land hatte sich im Februar zur Atommacht erklärt und war aus den Gesprächen mit Südkorea, China, Japan, Russland und den USA ausgestiegen.



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