Kim Jong Un prahlt mit neuer Waffe USA sind "tief enttäuscht" über Drohungen aus Nordkorea

Nach Nordkoreas Ankündigung, sich nicht mehr an die vereinbarte Pause für Atomtests zu halten, appelliert US-Außenminister Pompeo an Kim Jong Un: "Wir wollen Frieden, keine Konfrontation."
US-Außenminister Mike Pompeo: Hoffnung auf den "Pfad der Diplomatie"

US-Außenminister Mike Pompeo: Hoffnung auf den "Pfad der Diplomatie"

Foto: Evan Vucci/ dpa

Die USA haben die von Nordkorea erklärte Beendigung des Moratoriums für Atomversuche und Tests von Interkontinentalraketen als schwere Enttäuschung bezeichnet. Wenn der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un sich nicht länger an die gegenüber US-Präsident Donald Trump eingegangenen Verpflichtungen halte, sei dies "tief enttäuschend", sagte US-Außenminister Mike Pompeo am Dienstabend (Ortszeit) in Washington.

Pompeo äußerte in Fernsehinterviews aber die Hoffnung, dass Kim seine Entscheidung "überdenken" und weiter den "Pfad der Diplomatie" beschreiten werde. Seine Regierung habe die Hoffnung, dass Kim "Frieden und Wohlstand gegenüber Konflikt und Krieg vorziehen wird", sagte der Außenminister dem Sender Fox News. Die USA hätten sich an die gegenüber Nordkorea eingegangenen Verpflichtungen gehalten. "Wir wollen Frieden, keine Konfrontation", sagte Pompeo im Sender CBS.

Kim: "Wir würden unsere Würde niemals verkaufen"

Kim hatte gesagt, dass Nordkorea sich nicht länger an das Moratorium gebunden sehe. "Es gibt keinen Grund für uns, sich länger einseitig an die Verpflichtungen gebunden zu fühlen", sagte er laut der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA vor führenden Mitgliedern der Kommunistischen Partei Nordkoreas.

"Die Welt wird eine neue strategische Waffe erleben", kündigte Kim an. Sein Land werde "schockierende reale Maßnahmen" ergreifen. "Wir können unsere Würde niemals verkaufen." Mit der Ankündigung drohen die diplomatischen Bemühungen der vergangenen zwei Jahre zur Beilegung des Atomkonflikts zwischen Nordkorea und den USA zu scheitern.

Kim hatte im April 2018 überraschend den vorläufigen Verzicht auf Atom- und Raketentests erklärt und die Schließung eines Testgeländes verkündet. In den vergangenen Tagen kündigte er dann aber bereits "diplomatische und militärische Gegenmaßnahmen" für die Sicherheit und Souveränität des Landes an.

USA ließen Ultimatum verstreichen

Die Atomverhandlungen zwischen Pjöngjang und Washington liegen seit einem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Kim und Trump im Februar auf Eis. Nordkorea verlangte von den USA zuletzt Zugeständnisse bis zum Jahresende - andernfalls werde das Land einen "neuen Weg" einschlagen und mit einem "Weihnachtsgeschenk" aufwarten. Die Vereinigten Staaten hatten das von Nordkorea gestellte Ultimatum ungenutzt verstreichen lassen. Experten gehen davon aus, dass Nordkorea den Test einer Interkontinentalrakete plant.

Das kommunistische Land steht wegen seines Atomprogramms unter strikten UN-Sanktionen, gegen die Kim unter anderem mit Raketentests verstoßen hat. Durch die 2016 und 2017 gegen die Industrie erlassenen Sanktionen entgingen dem weitgehend isolierten Land, dessen einziger wichtiger Verbündeter China ist, Hunderte Millionen Dollar pro Jahr. So soll die Finanzierung der Atom- und Raketenprogramme der Führung in Pjöngjang unterbunden werden.

hei/AFP/Reuters
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