Attacke auf Bush Gaddafi-Tochter verleiht Schuhwerfer Orden

Auszeichnung für den Bush-Angreifer: Weil der irakische TV-Journalist Muntaser al-Saidi zwei Schuhe auf den US-Präsidenten geworfen hat, erhält er in Libyen eine hohe Auszeichnung. Auch im Irak wird er als Held gefeiert.


Tripolis - Eine Hilfsorganisation unter Vorsitz der Tochter des libyschen Staatsführers Muammar Gaddafi will ihm den "Orden für Mut" verleihen. Wie die Organisation Waatassimu mitteilte, ordnete ihre Generalsekretärin Aischa Gaddafi die Ehrung an. Der Journalist habe sich "klar gegen die Verletzung der Menschenrechte" gestellt und dies deutlich gemacht, indem er seine Schuhe auf Bush geschleudert habe, hieß es zur Begründung.

Während Bushs Treffen mit dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki in Bagdad hatte al-Saidi am Sonntag seine beiden Schuhe in Richtung des US-Präsidenten geworfen, ohne ihn jedoch zu treffen. Wegen der Attacke sitzt der Journalist mittlerweile im Gefängnis. Bush war am Sonntag zu einem unangemeldeten Abschiedsbesuch in Bagdad eingetroffen. Der Republikaner übergibt sein Amt am 20. Januar an den Demokraten Barack Obama.

Im Irak wurde Muntaser al-Saidi als Nationalheld gefeiert. In mehreren irakischen Städten gingen Tausende Menschen auf die Straße und forderten die Freilassung des jungen Reporters. In Nadschaf warfen einige Schuhe auf einen US-Militärkonvoi und beschimpften Bush als Kuh.

Saidis Arbeitgeber, der Fernsehsender al-Bagdadija, sendete ununterbrochen ein Bild des Journalisten und untermalte es mit patriotischen Liedern. Auch der Sender verlangte die Freilassung Saidis, der Ende Zwanzig ist. Eine libysche Hilfsorganisation verlieh dem Journalisten eine Tapferkeitsmedaille. Die irakische Regierung verurteilte die Tat dagegen als Barbarentum.

Nicht so der Bruder des Schuhwerfers. "Gott sei Dank, Muntasers Tat erfüllt die Herzen der Iraker mit Stolz", sagte Udai al-Saidi. "Ich bin mir sicher, dass es viele Iraker genauso gemacht hätten." Muntaser habe immer gesagt, dass Bush für all die Waisen verantwortlich sei, deren Väter getötet wurden.

asc/AFP/Reuters



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