Attacken auf Ölanlagen Saudi-Arabien zeigt angebliche Beweise für iranische Angriffe

Saudi-Arabien wirft Iran vor, "unzweifelhaft" für die Angriffe auf ihre Ölanlagen verantwortlich zu sein. Als Beweise wurden Trümmerteile von angeblich iranischen Raketen und Drohnen gezeigt.

Hamad I Mohammed / REUTERS

Hinter den Angriffen auf die Ölanlagen in Saudi-Arabien steckt nach Angaben der Regierung in Riad "unzweifelhaft" Iran. Als Beweise zeigte der Sprecher des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums, Turki al-Maliki, auf einer Pressekonferenz Trümmerteile von "Drohnen und Marschflugkörpern", die seinen Angaben zufolge von der Angriffsstelle stammten. Die Attacken seien von "Norden" aus geführt worden, die genaue Abschussstelle sei aber noch unklar.

Die Angriffe seien "ohne Frage von Iran gefördert" worden, sagte al-Malki. Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Raketen nicht aus dem Jemen abgefeuert sein können, sondern aus dem Norden kamen.

Der Angriff "kam nicht aus dem Jemen, trotz der Versuche Irans, das so aussehen zu lassen", sagte er. Die bei dem Angriff benutzten Drohnen seien außerhalb der Reichweite der Drohnen, die die Huthis benutzten. Bei dem Angriff auf die Ölraffinerie in Abkaik seien 18 Drohnen eingesetzt worden, bei der Attacke auf die Ölanlagen in Churais insgesamt sieben Marschflugkörper. Vier der Raketen hätten ihr Ziel erreicht, drei weitere seien vorher auf den Boden geschlagen.

Iran antwortete umgehend: Die Pressekonferenz habe gezeigt, dass "Saudi-Arabien nichts darüber weiß, wo die Raketen und Drohnen hergestellt oder abgefeuert wurden, und konnte nicht erklären, warum das Verteidigungssystem des Landes sie nicht abfing", schrieb Hesameddin Ashena, ein Berater von Irans Präsident Hassan Rohani.

Teheran hatte zuvor bereits Vorwürfe über eine Verwicklung in die Angriffe entschieden zurückgewiesen. "Wir wollen keinen Konflikt in der Region", sagte Rohani in einem von iranischen Medien verbreiteten Video. Verteidigungsminister Amir Hatami sagte laut einem Bericht der halbamtlichen Nachrichtenagentur Tasnim, Iran habe bei den Angriffen am Wochenende keine Rolle gespielt. Die Lage sei klar: Der Konflikt herrsche zwischen zwei Ländern, dem Jemen und Saudi-Arabien.

Trump kündigt Sanktionen gegen Iran an

Die mit Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen hatten die Angriffe für sich reklamiert. Rohani sagte, es habe sich um einen Warnung der Miliz gehandelt nach Angriffen auf Krankenhäuser, Schulen und Märkten im Jemen, die der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition zugeschrieben worden seien. "Wer hat den Konflikt begonnen? Nicht die Jemeniten", sagte Rohani in dem nun gesendeten Video. "Es waren Saudi-Arabien, die Emirate, Amerika, bestimmte europäische Länder und das zionistische Regime (Israel), die den Krieg in dieser Region begonnen haben."

Video aus Saudi-Arabien: "Man sieht sich als Opfer einer brutalen Anschlagsserie"

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Auch US-Präsident Donald Trump reagierte auf die Angriffe auf die saudi-arabischen Ölanlagen. Er kündigte eine "wesentliche" Verschärfung der Wirtschaftssanktionen gegen Iran an. Er habe seinen Finanzminister Steven Mnuchin instruiert, diese Verschärfungen in Kraft zu setzen, teilte Trump auf Twitter mit. Worin die neuen Iran-Sanktionen konkret bestehen sollten, war zunächst unklar.

als/AFP/dpa/Reuters

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