Messerattacke in London Attentäter pflegte Kontakte zu Hasspredigern

Einer der beiden Attentäter von London hat sich offenbar über Jahre radikalisiert. Seit 2005 besuchte er regelmäßig Veranstaltungen islamistischer Extremisten in Großbritannien. Dort wurde Hass geschürt, einer seiner Förderer rief 2007 zum Mord an Soldaten auf.

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London/Hamburg - Irgendwann um das Jahr 2004 wurde aus Michael Adebolajo ein Mudschahid. Der junge Mann aus dem Osten Londons nahm mit seinem Übertritt zum Islam auch einen neuen Namen an. Mudschahid bedeutet so viel wie: "Der sich im Dschihad befindet und auf dem Wege Gottes für den Islam eintritt."

Für Adebolajo endet dieser Weg am Mittwoch auf der Wellington Street im Londoner Stadtteil Woolwich. Gemeinsam mit einem Komplizen, dem 22 Jahre alten Michael Adebowale, tötet er dort den britischen Soldaten Lee Rigby auf offener Straße. Möglicherweise hatten die beiden Mitwisser: Am Donnerstagabend nahm die Polizei zwei Frauen und einen Mann wegen des Verdachts der Beihilfe fest. Die beiden Frauen wurden jedoch am Freitagnachmittag wieder auf freien Fuß gesetzt.

Britische Sicherheitsdienste hatten den 28-Jährigen Adebolajo schon seit acht Jahren im Visier - eine so grausame Tat haben sie ihm jedoch nicht zugetraut.

Zeugen, die Adebolajo aus Kindertagen kennen, erinnern sich in britischen Medien an einen ruhigen Jungen und guten Schüler. Mit seinen aus Nigeria stammenden Eltern und seinen beiden Geschwistern sei er regelmäßig in die Kirche gegangen.

Kampf für das Kalifat

Der Bruch in seinem Leben vollzieht sich offenbar, nachdem Adebolajo 2003 das College verlassen hat. Der junge Mann hat nach Ansicht der Mutter falsche Freunde, wird Teil einer Straßen-Gang, die andere Leute mit Messern bedroht und Handys abzieht. Um ihren Sohn aus diesen Kreisen herauszuholen, zieht Michaels Mutter mit ihren Kindern aufs Land, in die Kleinstadt Saxilby im Nordosten Englands, knapp 250 Kilometer von London entfernt. Doch schon nach wenigen Monaten kehrt Michael zum Studium an der Greenwich University in die Hauptstadt zurück.

Dort freundet sich Adebolajo mit islamischen Extremisten an. Spätestens seit 2005 nimmt er regelmäßig an Treffen und Demonstrationen der Gruppe al-Muhajiroun teil. Diese Organisation wurde in den achtziger Jahren von dem syrischstämmigen Islamisten Omar Bakri Mohammed gegründet. Al-Muhajiroun heißt soviel wie "die Auswanderer" - ein Begriff der sich ursprünglich auf die Gruppe der frühen Muslime bezieht, die gemeinsam mit dem Propheten Mohammed vor Verfolgung von Mekka nach Medina auswanderte.

Al-Muhajiroun predigen die Einführung der Scharia und fordern die Wiedererrichtung des islamischen Kalifats. Ihre Anführer - neben Bakri Mohammed der ehemalige Jurist Anjem Choudary - lassen Osama Bin Laden und das Terrornetzwerk al-Qaida hochleben und befürworten Anschläge auf Nichtmuslime. Mit Fußballturnieren und Paintballwettkämpfen ködern sie ihren Nachwuchs.

"Er war ideologisch auf unserer Wellenlänge"

Nach den Terroranschlägen von London, bei denen am 7. Juli 2005 52 Menschen getötet wurden, erhöht die britische Regierung den Druck auf die Extremisten. Al-Muhajiroun wird verboten, Bakri Mohammed flieht in den Libanon - "wegen der anhaltenden Belästigungen durch die Behörden", wie er sagt.

Doch noch vor seiner Flucht lernte Bakri Mohammed den späteren Attentäter von Woolwich kennen. "Ich kannte ihn als Michael, als er zu unseren Treffen kam", sagte der Prediger nun dem britischen "Independent". "Er stellte viele Fragen nach der Religion." Bakri Mohammeds Kompagnon Choudary sagt über Adebolajo: "Er war ideologisch auf unserer Wellenlänge."

Fortan nimmt Adebolajo regelmäßig an Veranstaltungen der Muhajiroun teil. Bilder zeigen ihn 2007 als wütenden Demonstranten vor einer Polizeiwache in London. Die Extremisten protestierten damals gegen die angebliche Verfolgung der Muslime in Großbritannien, warfen dem Staat einen "Kreuzzug gegen den Islam" vor und verunglimpften den damaligen Premierminister Tony Blair als Terroristen.

"Im Islam kann das gerechtfertigt sein"

Im Jahr 2007 tauchte eine Audiobotschaft von Bakri Mohammed auf, in der er dazu aufrief, britische Soldaten im Irak und in Afghanistan gefangen zu nehmen und zu enthaupten. "Wenn ihr Westler trefft, schneidet ihnen die Kehlen durch", lautete die Forderung des Predigers damals, die militante Islamisten durchaus ernst nahmen.

Eine Gruppe pakistanischstämmiger Muslime wollte Bakri Mohammeds Pläne umsetzen und einen muslimischen Soldaten der britischen Armee entführen und vor laufender Kamera töten. Der britische Geheimdienst erfuhr rechtzeitig von dem Terrorplot und konnte die Verschwörer festnehmen. Ihr Anführer wurde 2008 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Von dem barbarischen Mord in London distanzieren sich die Muhajiroun-Köpfe Bakri Mohammed und Choudary nicht, im Gegenteil, sie lobten die Tat ihres Schützlings: "Wir konnten sehen, dass er sehr mutig war", urteilte Bakri Mohammed aus seinem libanesischen Exil. Eine solche Tat könne im Islam gerechtfertigt sein. Das Mordopfer sei kein Zivilist gewesen, "sondern einen Mann aus dem Militär". Choudary sagte, er heiße Adebolajos Gewalttat nicht gut. Aber: "Einige Mitglieder der muslimischen Gemeinschaft kämpfen dafür, sich Gehör zu verschaffen. Er hat Blut sprechen lassen."

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sir wilfried 24.05.2013
1. freilaufende Hassprediger
man hört es immer wieder. Die rufen unverholen zu Terror und Gewalt auf, und niemand hindert sie, geschweige steckt sie hinter Gitter. Ich verstehe es nicht.
vipix 24.05.2013
2. nur mal so
der Geheimdienst braucht Leute die diese Sprache sprechen. Hassprediger sollte man ausweisen und mit einem Einreise Verbot belegen. Schriftgut muss abgefangen werden. Internet und youtube abgeklopft werden ob solche Personen sich weiter mitteilen.
nickleby 24.05.2013
3. Religion und Realität
Dieser Bericht stimmt nachdenklich und führt dazu, dass man sich unwillkürlich fragt, ob der Westen mit seiner urbanen und offenen Gesellschaft gegenüber Religionsfanatikern nicht im Nachteil ist ? Man kann zwar Gelassenheit als oberstes Gebot fordern, aber was soll eine Gesellschaft machen, deren Gelassenheit von ihren fanatischen Gegnern als Schwäche und Verderbtheit angesehen wird. Religiöse Freiheit ist ein hohes Gut, das aber nicht über dem eines Menschenlebens steht. Was tun ? - frei nach Lenin - 1. nachhaltigere Kontrolle muslimischer Einrichtungen 2. es darf nur in der Landessprache Gottesdienst gefeiert werden 3. Obligatorische Verkehrssprache in den Schulen ist die Landessprache 4. Kurse in der Muttersprache der Einwanderer sind zugunsten von Kursen in der Landessprache aufzugeben 5. Straffällige religiöse Fanatiker sind sofort abzuschieben, falls sie nicht die Staatsbürgerschaft besitzen. 6. Soziale Unterstützung ist zu kappen oder zu streichen
johnnypistolero 24.05.2013
4. der schuldige...........
ist wo ganz anders zu suchen, nicht das ich diese tat in irgend einer weise beschönigen will, sie ist geradezu pervers, aber was hat diesen mann dazu getrieben? er hat sich wohl wie der deutschtürke? der am frankfurter flughafen einen amerikanischen soldaten gezielt getötet hat, genau diegleichen schrecklichen bilder angesehn, von westlichen soldaten die in muslimischen ländern die bevölkerung massakrieren. das was er ansatzweise in die kamera gesprochen hat, aber liebe leser, hir wird ein immer grösserer feind aufgebaut, der islam, der böse islam, damals hatten wir noch den bösen russen, mitlerweile haben wir den islam, und solche einzeltäter eignen sich super die öffentliche kameraüberwachung auszubauen, und keiner beschwert sich, wir brauchen ja sicherheit, so wird es uns verkauft................
eule_neu 24.05.2013
5. Hassprediger = Antreiber zum Mord
Warum werden diese Leute nicht international gejagt? Müssen durch diese Extremisten immer erst Leute getötet, so dass sich alle aufregen, aber es geschieht von Seiten der Politik und der Justiz nichts. Sind wir schon so weit verkommen, dass wir alles unter einer Toleranzbrille sehen? Extremisten aller Couleur und Richtungen müssen ohne Nachsicht verfolgt, beobachtet und behandelt werden! Ich habe solche Meldungen über Extremistenmorde langsam satt. In welcher Welt leben wir denn?
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