Tödliche Schüsse bei Wahlparty Attentäter von Montreal wegen Mordes angeklagt

Er erschoss auf einer Wahlparty in Montreal einen Menschen und muss sich jetzt vor Gericht verantworten: Der 62-jährige Kanadier wollte offenbar auf weitere Gäste feuern - aber seine Waffe klemmte.


Montreal - Zwei Tage nach den tödlichen Schüssen auf einer Wahlparty in der kanadischen Provinz Québec ist der mutmaßliche Attentäter in 16 Punkten angeklagt worden, darunter auch Mord, versuchter Mord und Besitz von Sprengstoff. Der 62-jährige Mann, der bei einer Siegesfeier für die neue Ministerpräsidentin von Québec, Pauline Marois, geschossen und einen Menschen getötet haben soll, erschien am Donnerstag erstmals vor Gericht und nahm die Anklagepunkte gefasst auf.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, nach den Schüssen mit einer Fackel ein Feuer gelegt zu haben. Nach Angaben der Polizei klemmte die Waffe nach den ersten Schüssen, was weitere Todesopfer verhinderte. Neben dem Toten gab es auch einen Verletzten.

Der Zwischenfall ereignete sich in Montreal während einer Rede von Wahlsiegerin Marois. Es war nicht klar, ob Marois das eigentliche Ziel des Angriffs war. Die Politikerin blieb unverletzt.

Über das Motiv wollte die Polizei keine Angaben machen. Allerdings rief der Schütze, während er zu einem Polizeifahrzeug gebracht wurde, auf Französisch: "Die Engländer erwachen!" Die Separatisten des Parti Quebecois (PQ) setzen sich in Québec für die Unabhängigkeit von der Zentralregierung in Ottawa ein. Die PQ gewann bei der vorgezogenen Wahl in der Provinz am Dienstag die meisten Stimmen, verfehlte jedoch die Mehrheit. Marois wird daher eine Minderheitsregierung anführen.

hen/dapd



zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.