Attentat in der Türkei Bombenanschlag auf Militärbus - mehrere Tote

Im Stadtzentrum der südosttürkischen Stadt Diyarbakir haben Attentäter eine Bombe gezündet. Der Sprengsatz explodierte, als ein Armeefahrzeug vorbeifuhr. Offiziellen Angaben zufolge starben mindestens fünf Menschen, Dutzende weitere wurden verletzt.


Diyarbakir - Die Ermittler gehen davon aus, dass der Anschlag Angehörigen des türkischen Militärs gegolten hat. Premierminister Recep Tayyip Erdogan sagte, es seien mindestens fünf Menschen getötet und 70 weitere verletzt worden. Ein Bus mit Armeeangestellten fuhr gerade an einem Fünf-Sterne-Hotel in der Innenstadt von Diyarbakir vorbei, als der ferngezündete Sprengsatz detonierte.

Ein Militärstützpunkt und Unterkünfte der Streitkräfte befinden sich ganz in der Nähe. Durch die Wucht der Explosion gingen die Fensterscheiben in nahegelegenen Gebäuden zu Bruch. Die Polizei sperrte den Anschlagsort ab und erklärte, dies sei eine Sicherheitsmaßnahme wegen möglicher weiterer Explosionen.

Fernsehbilder zeigten, wie Verletzte in mehrere Krankenwagen getragen wurden und Feuerwehrleute gegen ein großes Feuer ankämpften. Offenbar wurden außer dem Militärfahrzeug noch zwei weitere Autos zerstört.

Diyarbakir ist die größte Stadt in der überwiegend von Kurden bewohnten Region. Sie ist eines der Zentren des seit 23 Jahren anhaltenden Unabhängigkeitskampfes der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in der Südost-Türkei, bei dem mehr als 37.000 Menschen getötet wurden. In der Vergangenheit hatte sich die PKK immer wieder zu Bombenanschlägen in Diyarbakir und anderen großen Städten in der Region bekannt.

ffr/AFP/dpa/AP



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