Attentat in Indien Dutzende sterben bei Anschlag auf Bus

Maoistische Rebellen haben in Zentralindien einen blutigen Anschlag auf einen Bus verübt. Mehrere Dutzend Menschen kamen ums Leben, als die Attentäter eine Mine am Straßenrand zündeten. In dem Fahrzeug saßen neben Zivilisten auch etliche Polizisten.


Neu Delhi - Maoistische Rebellen haben am Montag bei einem Anschlag auf einen Bus Polizeiangaben zufolge mindestens 35 Menschen getötet. In Medienberichten war sogar von 40 Toten die Rede. Der mit Zivilpersonen und Polizisten besetzte Bus befand sich nach Polizeiangaben auf dem Weg durch den zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh, als er auf eine Mine fuhr. Zwischen 40 und 60 Menschen sollen sich in dem Fahrzeug befunden haben. Laut Polizei wurde das Fahrzeug durch die Wucht der Detonation fast sieben Meter in die Höhe geschleudert. Die Explosion riss einen rund drei Meter tiefen Krater.

Chhattisgarh ist in den vergangenen Monaten Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen maoistischen Rebellen und Streitkräften gewesen. Im April wurden bei Anschlägen auf eine Patrouille 76 Soldaten getötet. Am vergangenen Wochenende entführten und töteten Maoisten sechs Dorfbewohner, denen sie vorwarfen, Informanten der Polizei zu sein. Am Sonntag töteten sie einen Lokalpolitiker der in Indien regierenden Kongress-Partei.

Die Rebellen bezeichnen sich als Naxaliten, abgeleitet von dem Dorf Naxalbari in Westbengalen, wo die Bewegung 1967 entstand. Sie werfen der Regierung vor, die Landbevölkerung von der wirtschaftlichen Entwicklung auszuschließen. Die Naxaliten verfügen schätzungsweise über 10.000 bis 20.000 Kämpfer, die in 20 der 28 Unionsstaaten aktiv sind.

Sie kämpfen gegen die parlamentarische Demokratie und für ein kommunistisches Regime in Indien. Seit 2006 hat die Gewalt nach offiziellen Angaben mehr als 3500 Menschen das Leben gekostet.

ffr/apn/dpa/Reuters



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