Attentat in Inguschien Zwei Polizisten sterben bei Selbstmordanschlag

Vor einer Polizeiwache in der Stadt Karabulak in Inguschien hat sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Zwei Polizisten starben, ein weiterer wurde verletzt. Eine Stunde später explodierte eine zweite Bombe.


Moskau - Bei einem Selbstmordanschlag in der russischen Kaukasus-Republik Inguschien sind am Montag zwei Polizisten getötet worden. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, sprengte sich der Attentäter vor dem Hauptquartier der Polizei in der Stadt Karabulak in die Luft. Er zündete demnach einen Sprengstoffgürtel, als ein mit mehreren Beamten besetztes Polizeifahrzeug in das Gebäude fuhr. Drei Polizisten wurden den Angaben zufolge verletzt ins Krankenhaus gebracht, wo zwei von ihnen starben.

Gut eine Stunde später ging vor der Polizeiwache noch eine Autobombe hoch, wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtete. Dabei sei aber niemand verletzt worden.

In den russischen Teilrepubliken Dagestan, Tschetschenien und Inguschien im nördlichen Kaukasus kämpfen seit Jahren radikalislamische Rebellen für die Unabhängigkeit von Moskau. In den vergangenen Monaten gab es in den mehrheitlich muslimischen Gebieten verstärkt Anschläge gegen die Moskau-treuen Behörden und Sicherheitskräfte. Am Mittwoch waren bei einem Doppelanschlag in der Stadt Kisljar in Dagestan zwölf Menschen ums Leben gekommen.

Zu den Selbstmordanschlägen auf die Moskauer U-Bahn am Montag vergangener Woche hatte sich eine Rebellengruppe aus dem Nordkaukasus bekannt, das sogenannte Kaukasus-Emirat von Doku Umarow. Der Doppelanschlag mit 40 Todesopfern war demnach ein Racheakt für Gewalt gegen Bewohner an der Grenze zwischen Tschetschenien und Inguschien. Die Behörden identifizierten inzwischen eine 17-Jährige aus Dagestan als eine der beiden Attentäterinnen. Die Anschläge hatten die Furcht vor einer neuen Attentatsserie von Extremisten wachsen lassen, die im Nordkaukasus einen islamischen Staat errichten wollen.

ffr/AFP/Reuters



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