Attentat von Arizona Totes Mädchen war ein 9/11-Kind

Sie wurde am Tag des schlimmsten Terrorattentats in den USA geboren - und starb neun Jahre später durch die Kugel eines Amokläufers: Christina Green war am Samstagvormittag zur falschen Zeit am falschen Ort. Dabei wollte sie nur ihre Kongressabgeordnete persönlich treffen.

AFP

New York - Sie war eines der "Gesichter der Hoffnung": Christina Green kam am 11. September 2001 in West Grove (Pennsylvania) zur Welt. Nach dem schlimmsten Terrorattentat in der Geschichte der USA wurde ein Buch mit 50 Babys veröffentlicht, eines aus jedem Bundesstaat, die an diesem Tag des Leids, der Zerstörung und des Schocks Amerika ein bisschen Zuversicht gaben - Christina war eines dieser Babys.

"Sie war von Anfang an besonders, da sie am 11. September 2001 zur Welt kam. Sie war stolz darauf, denn ihre Geburt hat diesem schrecklichen Tag ein Stück Hoffnung gegeben", sagte ihre Mutter Roxanna Green laut einem Bericht der "New York Times".

Gut neun Jahre später wollte Christina Politik live erleben. Das dunkelhaarige Mädchen mit den braunen Augen war eine sehr gute Schülerin, interessierte sich für Politik und half ehrenamtlich bei einem Wohltätigkeitsverein, berichtet die "New York Times". Eine Freundin ihrer Mutter nahm die Grundschülerin daher am Samstagvormittag mit zu dem Supermarkt um die Ecke, um die Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords zu treffen.

"Sie konnte sehr gut reden. Ich konnte sie mir gut als Politikerin vorstellen", sagte ihr Vater John Green, ein Talentscout für die Baseball-Mannschaft Los Angeles Dodgers laut dem Zeitungsbericht. Das Baseball-Gen lag in der Familie: Ihr Großvater, Dallas Green, führte die Philadelphia Phillies zur "World Series"-Meisterschaft und managte außerdem die bekannten Mannschaften der Yankees und Mets. Auch Christina spielte Baseball - als einziges Mädchen in ihrem Team. Neben Sport liebte sie Tiere und träumte davon, später vielleicht in New York Tiermedizin zu studieren.

"Ich ließ sie dorthin gehen, da ich dachte, es sei ungefährlich", sagte ihre Mutter der "New York Times". Doch ein 22-Jähriger Attentäter schoss Giffords nieder, verletzte die Politikerin schwer. Sechs weitere Menschen starben, zwölf weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

Die neunjährige Christina wurde von einer Kugel in die Brust getroffen. Als die Familie einen Anruf vom Krankenhaus bekam, dachte ihre Mutter, die selbst Krankenschwester ist, zunächst an einen Autounfall. Sofort fuhr sie mit ihrem Mann und Christinas elfjährigem Bruder ins Universitätskrankenhaus, wo auch Giffords notoperiert wurde. Doch ihr Mädchen konnte nicht gerettet werden.

Nun versucht Roxanna Green auch im Tod von Christina ein kleines Stück Hoffnung zu finden. Sie wünscht sich nicht nur Gerechtigkeit im Verfahren gegen den Attentäter, sondern auch nationale Aufmerksamkeit dafür, wie hoch der Preis für einen vergifteten politischen Dialogs sein könne. "Ich glaube, es gibt so viel Hass und der muss aufhören", sagt die Mutter, die am 11. September 2001 ihre Tochter zur Welt brachte.

lgr

insgesamt 16 Beiträge
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GerwinZwo 09.01.2011
1. Kein Titel
Ja, was soll man da diskutieren? Es gibt ja nun schon Spekulationen über Tätermotiv usw. Schier unbegreiflich und unfassbar ist für mich aber in jedem Fall, daß dieser Mensch nun auch noch völlig Unbeteiligte und dieses Mädchen getötet hat. Schrecklich, furchtbar.
Ingeboorg 09.01.2011
2. Seltsame Interessen
Ein 9-jähriges Kind legt normal keinen Wert darauf eine Abgeordnete persönlich zu treffen.
Charley Brown 09.01.2011
3. hasserfüllt?? ..... von Lügen verbogen!!
Zitat von IngeboorgEin 9-jähriges Kind legt normal keinen Wert darauf eine Abgeordnete persönlich zu treffen.
Das ist in den USA schon ein bischen anders. Da ist das ähnlich wie den Pastor treffen oder den Bürgermeister oder den Pfadfinderchef. Der persönliche Bezug ist bedeutsam, Inhalte sind unwichtig. Vergl. am. Wahlkampf! Die Tat selbst ist fürchterlich, ganz sicher, aber es trift nicht das Problem, dass die "Atmosphäre hassvergiftet ist", sondern die Wirklichkeit, über die dann erörtert wird, ist so sehr lügenverbogen, dass ich nur staune, dass nicht noch viel mehr Hass dort lebt. Die "Install sanity"-Kampangne in Washington war viel ernster zu nehmen als es den Anschein hatte.
sitting-bull 09.01.2011
4. Wahnsinnig tragisch
und mein Beileid allen Opferangehörigen! Jetzt wird wieder die rhetorische Keule geschwungen, der Hass käme von den Verschwörungstheorien. Aber ich sage euch was: Der Hass entsteht wegen feigen Medien, korrupten Politikern, zahnlosen Staatsanwälten, gierigen Bänkern und kriegslüsternden Militärs und ihrer Lügen. Auch der jetzige Attentäter war ein Militärangehöriger! Die Schere zwischen dem, was uns angedient wird und der Realität wird immer größer. Und wir kommen aus dieser Entwicklung auch nicht heraus, sofern nicht endlich Verantwortung ggü. der jeweiligen Profession gezeigt wird und ein gewaltiger Umschwung, ein Paradigmenwechsel in den Köpfen stattfindet, der dieses Lügensystem entlarvt und überwindet! Fangen wir bei den Medien an. Wann kann man sich dem Diktat des Kapitals endlich entwinden und die Wahrheit berichten? Dass z.B. mindestens 20% der Bevölkerung schon wissen, warum eine Geldreform wirklich notwendig ist? Dass 9/11 ein Inside Job war? Dass Militärs und Banken gerne Krieg führen?
der matologe 09.01.2011
5. ...
Das ist einfach nur unbeschreiblich traurig. Viel Kraft den Angehörigen, auch wenn sie es hier gar nicht lesen können.
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