Attentatsgerüchte in der Türkei Erdogan fühlt sich bedroht

Umsturzgerüchte in der Türkei: Zeitungen berichten über Putschversuche gegen Ministerpräsident Erdogan. Der Regierungschef fühlt sich in Gefahr - es gebe Drohungen gegen ihn und einige seiner Mitstreiter.


Istanbul - Recep Tayyip Erdogan äußerte sich nach Angaben der Zeitung "Vatan" im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die rechtsgerichtete Untergrundorganisation Ergenekon. Es gebe Drohungen gegen den türkischen Ministerpräsidenten und einige seiner Mitstreiter. Trotz dieser Drohungen würden die Ermittlungen gegen die Gruppe aber "bis zum Schluss" fortgesetzt, kündigte Erdogan an.

Ergenekon-Mitglieder sollen einen Putsch gegen Erdogans Regierung geplant haben, berichten türkische Zeitungen. Der Staatsstreich habe mit regierungsfeindlichen Demonstrationen an diesem Wochenende eingeleitet werden sollen. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft hatte in den vergangenen Tagen zwei Ex-Generäle und mehr als 20 andere mutmaßliche Verschwörer festnehmen lassen.

Rund 40 weitere Verdächtige sitzen bereits seit Monaten in Untersuchungshaft. Die Opposition wirft Erdogan vor, die Ergenekon-Ermittlungen als Instrument zur Einschüchterung seiner politischen Gegner zu missbrauchen.

Mehrere Zeitungen und Internet-Medien berichteten am Freitag, in den vergangenen Jahren habe es mehrere versuchte Anschläge auf Erdogan gegeben. Mindestens drei dieser Versuche sollen von der linksextremen Gruppe DHKP-C ausgegangen sein. In mindestens einem anderen Fall sei eine rechtsnationale Gruppe angeblich an den Anschlagsplänen beteiligt gewesen. Die Polizei untersuche noch, ob es Verbindungen zwischen Ergenekon und den geplanten Attentaten gab.

als/AFP



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