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US-Präsident Obama: Immer Ärger mit der Lässigkeit

Foto: The White House

Ärger um Baseballschläger-Foto Obama, der Knüppel und die stolzen Türken

US-Präsident Obama mag es cool - nun hat er Ärger wegen eines Fotos mit einem Baseballschläger. Weil er den während eines Telefonats mit dem türkischen Premier Erdogan umklammert hielt, ist am Bosporus mancher beleidigt. Es ist nicht das erste Mal, dass Obama mit seiner Lässigkeit aneckt.

Berlin/Washington - Der Baseballschläger ist eine Art amerikanischer Kulturgegenstand. Deshalb hat natürlich auch der US-Präsident einen dieser Knüppel im Oval Office stehen, seiner ist sogar von einem legendären Baseballspieler unterschrieben, manchmal nimmt ihn Barack Obama auch in die Hand. So auch bei seinem jüngsten Telefongespräch mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, in dem es vor allem um die Lage in Syrien ging.

Das Problem daran: Es gibt ein Foto von Obama bei dem Telefonat, er sitzt am Schreibtisch, mit der linken Hand hält er den Hörer, mit der rechten den Baseball-Schläger. Und dieses Foto empfindet mancher stolze Türke als ausgesprochene Beleidigung.

"Das Foto enthüllt, von wem unser Ministerpräsident Befehle enthält", sagt Metin Lutfi Baydar, Abgeordneter der größten türkischen Oppositionspartei. Ein anderer Parlamentarier beklagte, das Bild sei eine "stumme Verunglimpfung der Türkei und ihrer Bürger". Und der Oppositionsabgeordnete Muharrem Ince tobte, damit wolle Obama wohl die Botschaft vermitteln, dass er den Türken "den Kopf einschlagen" wolle - die Regierung Erdogan habe sich zum "Gehilfen der Imperialisten im Nahen Osten" machen lassen.

Erdogan versucht zu besänftigen

Ministerpräsident Erdogan beeilte sich umgehend, die Gemüter zu besänftigen. Obama sei ein "Freund, dem es nie an Respekt oder Höflichkeit fehlt", so der Regierungschef. Und mancher in der Türkei nahm es sogar mit Humor. So schrieb der Kolumnist Ahmet Hakan in der Zeitung "Hürriyet": "Wir müssen etwas tun - Vergeltung erscheint als die vernünftigste Methode." Sein Vorschlag: "Unser Ministerpräsident müsste auch etwas in der Hand halten, wenn er Obama anruft", beispielsweise einen Pantoffel, ein Nudelholz oder einen Gürtel.

Das Weiße Haus sah sich jedenfalls zu einer Stellungnahme genötigt. "Wir haben das Foto nur aus einem Grund veröffentlicht", sagte eine Sprecherin: "Um die enge Beziehung des Präsidenten mit Ministerpräsident Erdogan hervorzuheben."

Tatsächlich ist es nicht das erste Mal, dass Obama sein Hang zur Lässigkeit auch beim Telefonieren Probleme bereitet. So gab es im Juni 2009 einige Aufregung in Israel, als ein Foto des Präsidenten beim Telefonat mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu veröffentlicht wurde, bei dem Obama die Füße auf dem Tisch hatte. Auch dies wurde von manchem als Zeichen mangelnden Respekts verstanden.

Aber Obama liebt es offenbar, beim Telefonieren die Füße auf den Tisch zu legen: Ein Foto aus dem Dezember 2009 zeigt ihn erneut in dieser Pose beim Gespräch mit dem damaligen russischen Präsidenten Dmitrij Medwedew. Das allerdings blieb folgenlos.

flo/AFP