Aufrüst-Aktion Iran erzürnt über Bushs Waffenpläne für Saudi-Arabien

Iran wehrt sich gegen die US-Pläne, mit einem riesigen Rüstungsdeal Saudi-Arabien aufzurüsten. Die angekündigten Waffengeschäfte sollten die Region spalten, Angst und Schrecken verbreiten - auch deutsche Politiker hatten sich kritisch gezeigt.


Teheran - Iran hat den USA vorgeworfen, mit den angekündigten Waffenlieferungen nach Nahost Angst und Schrecken in der Region verbreiten zu wollen. Es sei ein "Horrorszenario". Ziel der US-Regierung sei es, den Nahen Osten zu spalten, kritisierte jetzt der Sprecher des Außenministeriums, Mohammad Ali Hosseini. Sie versuche, die guten Beziehungen zwischen den Ländern zu beeinträchtigen. "Tatsächlich braucht die Gegend um den Persischen Golf allerdings Sicherheit, Stabilität, Frieden und regionale Entwicklung", sagte Hosseini. Am Wochenende war bekannt geworden, dass die USA etwa Saudi-Arabien und Ägypten mit milliardenschweren Waffenlieferungen und Rüstungshilfen gegenüber dem Iran stärken wollen.

Kampfflugzeug F15 "Eagle" in Saudi Arabien: Iran verurteilt US-Aufrüstung im Nahen Osten
DDP

Kampfflugzeug F15 "Eagle" in Saudi Arabien: Iran verurteilt US-Aufrüstung im Nahen Osten

Einem Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums zufolge sollen in den kommenden zehn Jahren Waffen im Wert von rund 20 Milliarden Dollar an die Länder geliefert werden. Ziel sei es, Irans zunehmenden Einfluss im Nahen Osten einzudämmen. Außerdem wollten die USA ganz grundsätzlich ihre Verbundenheit mit den arabischen Partnern demonstrieren.

Medienberichten vom Wochenende zufolge will die US-Regierung Ägypten, Israel sowie den fünf Golfstaaten Vereinigte Arabische Emirate, Kuweit, Katar, Bahrein und Oman mit neuen Waffen versorgen. Der Grund: Die USA verdächtigen Teheran, heimlich am Bau einer Atomwaffe zu arbeiten und Aufständische im Irak zu unterstützen. Außerdem werfen die USA Iran vor, bewaffnete schiitische Gruppen im Irak zu unterstützen. Saudi-Arabien und Iran konkurrieren traditionell um die Vormachtstellung in der Golfregion.

Auch Israel soll militärisch deutlich gestärkt werden. Israels Ministerpräsident Ehud Olmert erklärte, sein Land solle in den kommenden zehn Jahren Rüstungshilfen in Höhe von 30 Milliarden Dollar von den USA erhalten.

Indes haben auch deutsche Politiker die US-Waffengeschäfte mit dem Nahen Osten kritisiert. Dadurch dass man "explosive Gegenstände hinein gibt, erhöht man das Risiko und macht die Region nicht sicherer," sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz (CDU). Der SPD-Außenpolitiker Johannes Jung unterstützte die Position von Polenz. "Die Region braucht Abrüstung, nicht Aufrüstung," sagte er.

US-Außenministerin Condoleezza Rice und Verteidigungsminister Robert Gates wollen heute in den Nahen Osten reisen, um dort mit Vertretern der Region über die Lage im Irak zu beraten. Sie werden auch in Saudi-Arabien erwartet.

bos/dpa/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.