Aufrüstung in Nordkorea Kims Raketen könnten USA erreichen

Eine amerikanische Militärzeitschrift warnt vor einer neuen Bedrohung aus Nordkorea. Das Regime von Kim Jong Il soll derzeit Raketen bauen, die mit atomaren Sprengköpfen bestückt die USA erreichen könnten.


Berlin - Wie "Jane's Defence Weekly" im Vorgriff auf ihren morgen erscheinenden Artikel mitteilte, handelt es sich um zwei Systeme, die sowohl von Land als auch von Schiffen und U-Booten abgeschossen werden können und eine Reichweite zwischen 2500 und 4000 Kilometer haben sollen. Das kommunistische Nordkorea soll die Technologie von russischen Raketen-Spezialisten gekauft haben. Auch der Kauf zwölf russischer U-Boote, die Nordkorea mit Altmetall bezahlt habe, soll zu dem Wissenstransfer beigetragen haben.

Die Zeitschrift, die ihre Quellen nicht preisgibt, hält die auf Booten und U-Booten montierbaren Raketen für die gefährlicheren. "Das würde die von der DPRK (Demokratische Volksrepublik Korea) ausgehende Bedrohung grundsätzlich ändern und könnte der Regierung etwas in die Hand geben, was sie seit langem anstrebt - die Fähigkeit, die USA direkt zu bedrohen", heißt es in dem Bericht. "Es ist ziemlich sicher, dass die Nordkoreaner sie nicht entwickeln würden, wenn sie nicht für den Einsatz mit Massenvernichtungswaffen gedacht wären", sagte der Nachrichtenchef der Zeitschrift Ian Kemp der Nachrichtenagentur Reuters. "Und atomare Sprengköpfe sind bei weitem die schlagkräftigsten unter diesen." Kemp warnte außerdem, der kommunistische Staat könnte die Technologie an andere Länder wie den Iran verkaufen.

Nordkorea ist im vergangenen Jahr aus dem Atomwaffensperrvertrag ausgetreten. In erbitterten Verhandlungen versuchen die USA, China, Russland und Südkorea seitdem, den kommunistischen Staat zu einem Stopp seines Atomwaffen-Programms zu bewegen.



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