Aufrüstung Iran meldet erfolgreichen Raketentest

Mitten in der schärfer werdenden Diskussion um Irans Atom-Programm meldet das Land den erfolgreichen Test einer Langstreckenrakete. Indirekt untermauerte die Regierung auch ihre Drohung eines möglichen Angriffs auf Irans Nachbarn.

Berlin - Die neue Langstreckenrakete sei erfolgreich getestet und an die Streitkräfte ausgeliefert worden, meldete der staatliche Rundfunk am Samstag. "Diese strategische Rakete wurde bei einem Manöver von den Revolutionsgarden erfolgreich getestet und an die Streitkräfte ausgeliefert", zitierte der Sender Verteidigungsminister Ali Schamchani. Das einwöchige Manöver hatte am 12. September in der Grenzregion zu Irak begonnen.

Schamchani sagte, er könne aus Sicherheitsgründen keine Einzelheiten über den Raketentest nennen. Iran sei nun aber in der Lage, "allen regionalen und überregionalen Bedrohungen entgegen zu treten". Aus dem Bericht ging nicht hervor, ob es sich bei der getesteten Rakete um eine neue Version der Schahab-3-Rakete handelt. Dieser Typ kann bereits Israel und im Mittleren Osten stationierte US-Truppen erreichen. Die ältere Version hat eine Reichweite von 1.300 Kilometern, eine neuere könnte nach Angaben aus israelischen Kreisen mehr als 2.000 Kilometer Reichweite haben.

Die Nachricht aus Teheran wird die Spannungen zwischen dem Iran und der Weltgemeinschaft verschärfen. Seit Monaten erhöhen die USA und auch die EU den Druck auf den Iran, endlich alle Informationen über sein Atom-Programm offen zu legen. Israel hatte wenige Tage zuvor den Kauf von 5.000 amerikanischen Bomben bekannt gegeben, die bis zu 1,8 Meter dicke Bunkerwände durchschlagen können. Indirekt drohte Israel dem Iran so mit einem Angriff auf die Atom-Anlagen. Im Jahr 1981 hatten israelische Kampfflugzeuge einen irakischen Atomreaktor zerstört, bevor er in Betrieb genommen werden konnte.

Unterdessen haben deutsche Ermittler eine mögliche Verbindung eines deutschen Geschäftsmanns aufgedeckt, der offenbar Technik für Atom-Anlagen in den Iran exportieren wollte. Laut SPIEGEL-Recherchen sorgt der Fall in der Bundesregierung für massive Unruhe. Der 53-jährige Geschäftsmann Helmut R. soll dem international umstrittenen iranischen Nuklearprogramm als Vermittler zugearbeitet haben.

Der Deutsche hat laut Bundesanwaltschaft im Januar 2003 die Lieferung von 24 Telemanipulatoren vermittelt. Mit dem Gerät können abgebrannte Kernbrennstäbe sicher bearbeitet werden. Das Geschäft kam laut SPIEGEL nicht zu Stande, weil europäische Behörden Alarm schlugen. Die Ermittlungen gelten wegen Teherans Atomprogramm als brisant. Ende Juli 2003 hatten Unbekannte eine Bombenattrappe mit der Warnung vor R.s Tür gelegt, er solle seine Arbeit für Iran einstellen. Deutsche Geheimdienstler vermuten den Mossad hinter der Drohung, so der SPIEGEL.

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