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13. März 2012, 12:25 Uhr

Syrien

Aufständische finden Leichen in Moschee

Syrische Regimegegner haben in einer Moschee in der Stadt Idlib Leichen entdeckt. Es sollen Dutzende sein. Die Opposition verlangt inzwischen immer eindringlicher eine Militärintervention. Bereits jetzt kommen immer mehr Freiwillige ins Land.

Istanbul - Regimegegner haben in einer Moschee in der syrischen Stadt Idlib zahlreiche Leichen entdeckt. Arabische Nachrichtensender sprachen am Dienstag von Dutzenden von Leichen, die in der Bilal-Moschee gefunden worden seien. Aktivisten meldeten unterdessen, sie hätten bereits am Montag elf Leichen in der Moschee entdeckt, die sie wegen der andauernden Bombardierung der Stadt nicht hätten begraben können. In der Provinz Idlib an der Grenze zur Türkei halten sich viele Deserteure der Freien Syrischen Armee auf.

Die Truppen der Regierung Assad starteten in der Provinz an der Grenze zur Türkei am Freitag eine Offensive, um Proteste niederzuschlagen und die Stadt Idlib sowie weitere Ortschaften unter ihre Kontrolle zu bringen. Erst am Montag griff das Militär die Region mit Panzern und anderem schweren Gerät erneut an.

Syrische Opposition ruft nach Militärintervention

Nach den jüngsten Massakern in der Stadt Homs drängt die syrische Opposition auf eine Militärintervention. "Wir fordern ein militärisches Eingreifen der arabischen Staaten und der internationalen Staatengemeinschaft", heißt es in einer Erklärung, die der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) in der Nacht zum Dienstag veröffentlichte. Außerdem müsse das gesamte Staatsgebiet zur Flugverbotszone erklärt werden. Für die Zivilisten sollten Schutzzonen eingerichtet werden. Die "Tötungs- und Zerstörungsmaschinerie" müsse ausgeschaltet werden.

Ferner rief der SNC zu Waffenlieferungen an die Deserteure der Freien Syrischen Armee auf. Diese Bewaffnung müsse "geordnet" ablaufen, hieß es. Am Vortag waren in der Stadt Homs die Leichen von 57 Opfern eines Massakers entdeckt worden. Die meisten Toten waren Frauen und Kinder.

"Wir haben keine andere Wahl mehr, als uns mit Waffengewalt zu wehren", sagte Bassam Ishak, ein Mitglied des Syrischen Nationalrats am Dienstag dem Nachrichtensender al-Arabija. Die Truppen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad töteten Kinder und junge Mädchen, da sei es falsch, sich alleine auf einen diplomatischen Prozess zu verlassen, der bislang keine konkreten Ergebnisse gebracht habe.

In der Provinz Idlib griffen Deserteure nach Angaben der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter am Dienstag eine Straßensperre an. Bei dem Angriff vor einer Außenstelle der regierenden Baath-Partei in Maarat al-Numan seien zehn Angehörige der Sicherheitskräfte getötet worden, hieß es. Die Armee habe in der Ortschaft ihrerseits vier Menschen getötet, meldeten Aktivisten. Sie berichteten weiter, in der Provinz Deir as-Saur seien 17 Aktivisten festgenommen worden.

Inzwischen mehren sich Hinweise darauf, dass eine wachsende Anzahl arabischer Freiwilliger nach Syrien kommt. Die Männer, unter ihnen Ägypter und Saudi-Araber, sollen sich angeblich als "Gotteskrieger" der Freien Syrischen Armee angeschlossen haben.

ler/dpa/AFP

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