Aufstand in Arabien Jemens Regierung rüstet sich für den Millionenprotest

Zehntausende Regierungsgegner marschieren in Jemens Hauptstadt Sanaa auf. Präsident Salih macht nun erste Zugeständnisse - stellt aber Bedingungen für seinen Rückzug. Gleichzeitig schickt er massenhaft Sicherheitskräfte los, um die Zufahrtsstraßen zur Innenstadt zu blockieren.

Demonstranten in Jemens Hauptstadt Sanaa (am Donnerstag): Neue Protestwelle
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Demonstranten in Jemens Hauptstadt Sanaa (am Donnerstag): Neue Protestwelle


Sanaa - An diesem Freitag will die Opposition im Jemen den "Marsch der zwei Millionen" schaffen. In der Hauptstadt Sanaa haben sich schon Zehntausende Menschen zu den geplanten Massenprotesten gegen Präsident Ali Abdullah Salih versammelt. Die vor allem jugendlichen Demonstranten harren seit Wochen vor der Universität aus und fordern den Rücktritt Salihs.

Die Sicherheitskräfte zogen große Kontingente zusammen, um die Zufahrten nach Sanaa zu blockieren, berichteten Augenzeugen. Zahlreiche Polizisten und regierungstreue Soldaten positionierten sich an den Ausfallstraßen. Die Soldaten errichteten den Angaben zufolge Kontrollpunkte und versuchten, die Demonstranten zu identifizieren. Einige seien an der Weiterfahrt gehindert worden. Anhänger des Präsidenten durften die Kontrollen angeblich passieren.

Salih hat Tausende Anhänger für eine Gegendemonstration mobilisiert. Seine Getreuen sammeln sich nun in der Nähe des Präsidentenpalasts - genau dahin wollen die Demonstranten marschieren.

Salih selbst wandte sich in einer TV-Ansprache an sein Volk. Er sei zu Zugeständnissen bereit, sagte er. "Wir sind bereit, die Macht abzutreten, aber wir übergeben die Macht nur in sichere Hände", sagte Salih. "Wir sind dagegen, auch nur eine einzige Kugel abzufeuern, und wenn wir Zugeständnisse machen, dann tun wir dies, um Blutvergießen zu verhindern."

Salih regiert seit 32 Jahren über sein Land. Bei einem Massenprotest gegen seine Herrschaft hatten regimetreue Heckenschützen vor einer Woche 53 Demonstranten getötet und über 240 verletzt. Angesichts der Proteste und des Übertritts eines Teils der Armee zur Opposition hatte der Präsident jüngst angeboten, Anfang 2012 nach der Abhaltung von Parlamentswahlen seine Macht abzugeben. Die Demonstranten beharren aber auf Salihs sofortigem Rücktritt. Am Donnerstag hatte Salih verkündet, die Stabilität des Jemen mit "allen möglichen Mitteln" verteidigen zu wollen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte in Berlin, er beobachte die Zuspitzung der Lage im Jemen "mit großer Sorge". "Es droht der Zerfall", sagte er. Angesichts der geplanten Proteste rechne er am Freitag mit einer "Eskalation der Gewalt". Westerwelle forderte Salih auf, seine Bürger zu schützen und eine politische Lösung für die anhaltenden Unruhen zu finden. Das Auswärtige Amt habe am Donnerstag den jemenitischen Botschafter einbestellt und ihm gegenüber verdeutlicht, dass Gewalt keine Lösung sei.

ffr/AFP/dpa/Reuters/dapd

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frubi 25.03.2011
1. .
Zitat von sysopZehntausende*Regierungsgegner marschieren*in Jemens Hauptstadt Sanaa auf. Präsident Salih macht nun erste Zugeständnisse - stellt aber Bedingungen für seinen Rückzug. Gleichzeitig schickt er massenhaft Sicherheitskräfte los, um die Zufahrtsstraßen zur Innenstadt zu blockieren. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,753138,00.html
Ist schonmal jemandem aufgefallen, dass das grobe Aussehen der Sicherheitskräfte rund um den Globus in etwa das selbe ist? Das deren grobes Einschreiten, bis auf die massiven Verstöße in totalitären System, ebenfalls ziemlich identisch ist? Schild, Schlagstock, Pfefferspray, Helm, Gelenkschützer, Kabelbinder und dann druff auf die Bürger.
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