Aufstand in Burma Militärjunta nennt Demonstrationen gescheitert

Alles unter Kontrolle? Burmas Staatspresse erklärt die Massenproteste für beendet. Das Militär hat die Metropole Rangun abgeriegelt. Der Uno-Sondergesandte Ibrahim Gambari ist im Land - er reist von Rangun in die Dschungelhauptstadt Naypyidaw.


Rangun - "Es herrschen wieder Ruhe und Ordnung", melden in Burma die staatlich kontrollierten Zeitungen. Burmas Außenminister Nyan Win erklärte in New York, das Militär hätte sich gerne zurückgehalten, die Proteste würden nun aber auch abflauen.

Zentrum von Rangun: Sicherheitskräfte blockieren am Freitag die Straßen mit Stacheldraht
REUTERS

Zentrum von Rangun: Sicherheitskräfte blockieren am Freitag die Straßen mit Stacheldraht

Das Zentrum der Metropole Rangun war am Samstag zur Mittagszeit wie ausgestorben, nachdem in den vergangenen Tagen um diese Zeit stets die Protestmärsche der buddhistischen Mönche und Bürger begonnen hatten.

In der Innenstadt und rund um die buddhistischen Klöster in den Vorstädten waren den Beobachtern zufolge Soldaten mit Sturmgewehren und Polizisten postiert, berichteten Augenzeugen der Nachrichtenagentur AFP. Einwohner, die sich auf die Straße wagten, wurden durchsucht.

Hunderte Demonstranten hatten versucht, zu dem Trader-Hotel vorzudringen. Sie vermuteten, dass dort der Uno-Sondergesandte Ibrahim Gambari wohnen werde. Ein Großaufgebot von Soldaten blockte allerdings die Zufahrtstraße ab. Vor dem Hotel gingen Sicherheitskräfte gegen etwa 40 Demonstranten vor. Nach Augenzeugenberichten wurden die Menschen von Soldaten eingekreist und dann in Lastwagen an einen unbekannten Ort gebracht.

Gambari ist in Rangun eingetroffen, soll aber von dort aus direkt zum Regierungssitz in Naypyidaw (etwa 300 Kilometer von Rangun entfernt) reisen, wie ein westlicher Diplomat ankündigte.

lis/afp/dpa/rtr



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