Aufstand in Syrien 66 Tote bei Kämpfen in Vororten von Damaskus

Die Kämpfe in Syrien nehmen zunehmend bürgerkriegsähnliche Ausmaße an. In Vororten von Damaskus gehen Regierungstruppen mit Panzern gegen Aufständische und Deserteure vor. Allein am Sonntag wurden mindestens 66 Menschen getötet.

Anti-Assad-Demonstranten in Syrien: Neue Eskalation der Gewalt
AFP/ LCC SYRIA

Anti-Assad-Demonstranten in Syrien: Neue Eskalation der Gewalt


Damaskus - Beim gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte und heftigen Gefechten sind in Syrien allein am Sonntag nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten 66 Menschen getötet worden. Unter den Todesopfern seien 26 Zivilisten, 26 Soldaten, fünf Angehörige der Sicherheitskräfte sowie neun Deserteure, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Gefechte hatten sich verschärft, nachdem die Arabische Liga am Samstag ihre Beobachtermission in Syrien abgebrochen hatte.

Ein Sprecher der Deserteure berichtete am Sonntag von intensiven Gefechten nur wenige Kilometer vor der Hauptstadt Damaskus. Nach seinen Angaben waren es die heftigsten Auseinandersetzungen seit Beginn der Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad vor mehr als zehn Monaten.

Zugleich ging die Armee nach seinen Angaben mit schwerer Artillerie gegen mehrere Orte in der Provinz Damaskus sowie gegen die Protesthochburg Hama vor. Augenzeugen berichteten von einer regelrechten Strafkampagne gegen Einwohner, die Regierungsgegnern Unterschlupf gewährt hätten.

Die Deserteure werden in jüngster Zeit immer kühner, bauen an den östlichen Rändern von Damaskus Stellungen auf und richten Kontrollpunkte ein. Die Regierungstruppen gingen unter anderem mit Panzern gegen sie vor. Der Konflikt, der mit friedlichen Demonstrationen begann, wandelt sich zunehmend in einen Bürgerkrieg, weil mehr und mehr frustrierte Anhänger der Protestbewegung und Deserteure aus der syrischen Armee mit Waffengewalt gegen das Regime kämpfen.

Bei den Kämpfen um die Vororte von Damaskus sollen allein seit Donnerstag beinahe 100 Menschen umgekommen sein. Seit dem Beginn der Proteste hat Assads Regime UN-Schätzungen zufolge mindestens 5400 Menschen töten lassen.

Die Bemühungen um eine friedliche Lösung scheitern derzeit vor allem an zwei Faktoren: Der Weigerung Syriens Herrscher, sich einem Friedensplan der Arabischen Liga zu unterwerfen, weil der angeblich seine Souveränität untergraben würde. Und Russlands Bereitschaft, Sanktionen gegen Syrien im UN-Sicherheitsrat mit seinem Veto zu blockieren.

Die Arabische Liga hatte am Samstag wegen der eskalierenden Gewalt ihre Beobachtermission in Syrien vorerst beendet. Die Liga will über ihr künftiges Vorgehen am kommenden Sonntag beraten. Die Außenminister der arabischen Staaten treffen sich am 5. Februar in Kairo, um zu entscheiden, ob sie die Beobachter abziehen oder die Mission doch noch verlängern.

cis/AFP/dpa/Reuters

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martin-gott@gmx.de 29.01.2012
1. Kriegsvorbereitung
Zitat von sysopDie Kämpfe in Syrien nehmen zunehmend bürgerkriegsähnliche Ausmaße an. In Vororten von Damaskus gehen Regierungstruppen mit Panzern gegen Aufständische und Deserteure vor. Allein am Sonntag wurden mindestens 66 Menschen getötet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,812102,00.html
Seit einigen Tagen wird wieder verstärkt von Massakern gesprochen, Wenn man genauer hinschaut scheinen es sich mehr um Kämpfer zwischen Deserteuren und Regierungstruppen zu handeln. Das nennt man Bürgerkrieg. In einen sochen Krieg ist es üblich das eine Seite gegen die andere Seite mit militärischen Mitteln vorgeht. Da keine Seite bereit ist ernsthaft mit der anderen zu verhandeln gibt es wohl auch keine andere Möglichkeit als die militärische es sei das Ausland interveniert. Die mediale Vorbereitung dieser ausländischen Intervention scheint angelaufen zu sein wie damals im Irak oder zuletzt in Libyen. Ich bin gespannt ob die Medien wie am Anfang des Irak Krieges auf kritische Berichterstattung verzichten damit ihre Reporter mit auf den Panzern fahren können.
berteb 29.01.2012
2.
Zitat von sysopDie Kämpfe in Syrien nehmen zunehmend bürgerkriegsähnliche Ausmaße an. In Vororten von Damaskus gehen Regierungstruppen mit Panzern gegen Aufständische und Deserteure vor. Allein am Sonntag wurden mindestens 66 Menschen getötet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,812102,00.html
Sind jetzt insgesamt 5400 Menschen umgekommen oder nur auf Seiten der Rebellen und Deserteure? Wieviel Regierungstreue waren es dann zusätzlich? Bitte differenzieren.
voxpopuli1it 29.01.2012
3.
Zitat von sysopDie Kämpfe in Syrien nehmen zunehmend bürgerkriegsähnliche Ausmaße an. In Vororten von Damaskus gehen Regierungstruppen mit Panzern gegen Aufständische und Deserteure vor. Allein am Sonntag wurden mindestens 66 Menschen getötet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,812102,00.html
für paar hundert tote sind die west mächte im LIBYEN mit bomben und vernichtung krieg täetig gewesen ,bei tausend tote in siryen sind sie un täetig,aaahhhhh die sirer haben keinen öl und gas vorkommen .ARME LEUTE DIEDER SIRER!!!!!!!!!!!!!!
widder58 30.01.2012
4. Söldner
Zitat von martin-gott@gmx.deSeit einigen Tagen wird wieder verstärkt von Massakern gesprochen, Wenn man genauer hinschaut scheinen es sich mehr um Kämpfer zwischen Deserteuren und Regierungstruppen zu handeln. Das nennt man Bürgerkrieg. In einen sochen Krieg ist es üblich das eine Seite gegen die andere Seite mit militärischen Mitteln vorgeht. Da keine Seite bereit ist ernsthaft mit der anderen zu verhandeln gibt es wohl auch keine andere Möglichkeit als die militärische es sei das Ausland interveniert. Die mediale Vorbereitung dieser ausländischen Intervention scheint angelaufen zu sein wie damals im Irak oder zuletzt in Libyen. Ich bin gespannt ob die Medien wie am Anfang des Irak Krieges auf kritische Berichterstattung verzichten damit ihre Reporter mit auf den Panzern fahren können.
Saudiqatarische Söldner, islamische Fundamentalisten, Salafisten... kurz: Deserteure. Interessante Bezeichnung für das Destabilisierungskroppzeugs aus dem Ausland. Das ist neu. Früher waren es "Rebellen, Aktivisten, Menschenrechtler oder einfache Demonstranten.
willi_der_letzte 30.01.2012
5. .
Zitat von sysopDie Kämpfe in Syrien nehmen zunehmend bürgerkriegsähnliche Ausmaße an. In Vororten von Damaskus gehen Regierungstruppen mit Panzern gegen Aufständische und Deserteure vor. Allein am Sonntag wurden mindestens 66 Menschen getötet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,812102,00.html
Ich habe am Sonntag in CNN einen recht interessanten Beitrag gesehen. Unter anderen wurde mit verwundeten Soldaten im Krankenhaus in Homs gesprochen. Sie berichteten das die "Aufständischen" über eine sehr gute militärische Ausbildung verfügen und die Regierungstruppen sehr häufig in Hinterhalte gerieten. Ausserdem wurde aus einem kleineren Ort berichtet in dem die Reporter gemeinsam mit den Beobachter der AU unterwegs waren. Sie berichteten das an diesem Tag mehr als 30 Soldaten der regulären Armee getötet wurden. Von Opfern unter den "Aufständischen" wurde nicht berichtet. Das Fahrzeug der Beobachter wurde allerdings von den "Aufständischen" angegriffen und konnte sich dem nur in Richtung Frontlinie entziehen. Die Beobachter gaben sich den Regierungstruppen zu erkennen und diese räumten daraufhin die Strassensperren bei Seite um die Beobachter in Sicherheit zu bringen. Während der ganzen Zeit wurden die Beobachter und die Regierungstruppen beschossen. Laut Reporter war es unklar, woher die Schüsse kamen. Der Reporter behauptete weiterhin inoffiziell im Land zu sein. In Anbetracht dessen, das jeder bei Einreise aus dem Libanon an der Grenze ein VISA erhält nun auch keine besondere Leistung. Zumindest stellt sich hier die Frage, woher die Aufständischen eine sehr gute militärische Ausbildung haben. Auch das legen eines Hinterhalts gehört normalerweise nicht zum Know How eines friedlichen Demonstranten oder Aufständischen. Wieso haben sie die Beobachter angegriffen?
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