Aufstand in Syrien Assad-Anhänger demonstrieren in Damaskus

Das Volk lehnt sich gegen ihn auf, aber seine treuen Anhänger machen sich weiter für Syriens Machthaber Assad stark: Zehntausende haben in der Hauptstadt Damaskus für den Staatschef demonstriert.
Demonstration in Damaskus: Unterstützung für Staatschef Assad

Demonstration in Damaskus: Unterstützung für Staatschef Assad

Foto: Youssef Badawi/ dpa

Amman - "Lang lebe die Heimat und ihr Führer", so lautete das Motto der staatlich organisierten Veranstaltung, zu der am Mittwoch Zehntausende Syrer in die Hauptstadt Damaskus kamen. Auf dem Umajad-Platz schwenkten sie Fahnen und demonstrierten für den in Bedrängnis geratenen Staatschef Baschar al-Assad, wie das staatliche Fernsehen berichtete.

Assad selbst traf mit einer Delegation der Arabischen Liga zusammen. Das Gespräch sei herzlich und offen verlaufen, sagte der Vertreter des Golfstaates Katar nach dem Treffen. Die Delegation sollte eine friedliche Lösung des Konflikts ausloten. Das nächste Treffen solle am Sonntag stattfinden.

In anderen Städten des Landes kam es zu Streiks von Regierungsgegnern. In der Millionenstadt Homs etwa blieben Anwohnern zufolge die meisten Geschäfte geschlossen. Ein Einwohner berichtete, bewaffnete Regierungsgegner hätten den Generalstreik durchgesetzt. Soldaten erschossen landesweit elf Menschen. In der nördlich von Homs gelegenen Stadt Hamrat töteten mutmaßliche Deserteure neun Soldaten mit einer Panzerfaust, wie die Menschenrechtsorganisation Syrian Observatory berichtete.

Der französische Außenminister Alain Juppé bezeichnete es als unausweichlich, dass die Regierung Assad am Ende zusammenbrechen werde. Das könne aber dauern, da die Lage komplex sei, sagte er im französischen Hörfunk. Zudem bestehe das Risiko "eines Bürgerkriegs zwischen syrischen Gruppen, weil die umliegenden arabischen Länder nicht wollen, dass wir intervenieren".

Seit Mitte März gehen in Syrien fast täglich Menschen gegen das Regime von Assad auf die Straße. Die Staatsmacht geht mit aller Härte gegen die Demonstranten vor. Nach Uno-Angaben kamen seit Beginn der Proteste mehr als 3000 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen Zivilisten.

hen/Reuters