Aufstand in Syrien Assad will Beobachter ins Land lassen

Es könnte eine Kehrtwende im blutigen Konflikt in Syrien sein: Machthaber Assad plant nun doch, internationale Beobachter in seinem Land zu erlauben. Ein entsprechendes Protokoll hat ein Gesandter in Kairo unterzeichnet.

Syrische Truppen (im Juni): Arabische Beobachter sollen ins Land kommen
AP

Syrische Truppen (im Juni): Arabische Beobachter sollen ins Land kommen


Damaskus - Seit neun Monaten toben die blutigen Auseinandersetzungen zwischen syrischen Demonstranten und der Armee - jetzt wächst die Hoffnung auf eine Beilegung des Konflikts. Offenbar will Staatschef Baschar al-Assad eine internationale Beobachtermission nach Syrien reisen lassen.

Vizeaußenminister Faisal al-Mekdad unterzeichnete am Montag am Sitz der Arabischen Liga in Kairo ein Protokoll, das die Entsendung von Beobachtern arabischer Staaten zulässt. Für die Liga unterschrieb Vizegeneralsekretär Ahmed Ben Helli das Dokument. Nach Angaben eines syrischen Vertreters hatte Russland die Regierung gedrängt, einem Abkommen zuzustimmen. Zuletzt hatte sogar Moskau, eigentlich ein Verbündeter des Assad-Regimes, das harte Vorgehen gegen die Widerständler kritisiert.

Mekdad war am Montagmorgen in Kairo eingetroffen. Beobachter hatten bereits vorher gemutmaßt, dieser habe von Präsident Assad den Auftrag erhalten, das Protokoll über die Entsendung von Beobachtern nach Syrien zu unterzeichnen.

Abzug der Armee vorgesehen

Einen solchen Schritt hatte Damaskus bisher abgelehnt. Zwar stimmt die syrische Regierung formell bereits Anfang November einem von der Arabischen Liga ausgehandelten Krisenplan zu. In den vergangenen Wochen hatte Assad aber so viele Änderungen an dem Dokument verlangt, dass die Araber schließlich die Geduld verloren.

Das Protokoll sieht unter anderem eine Überwachung des Abzugs der Armee aus den Protesthochburgen Homs, Deir al-Sor, Daraa, Idlib und Hama vor.

In Tunesien tagt seit dem Wochenende der von der Opposition gegründete Syrische Nationalrat. Er unterstützt die Forderung der Protestbewegung nach einem Rücktritt Assads und der Spitzenfunktionäre seines Sicherheitsapparats. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen hat die gewaltsame Niederschlagung der Proteste, die im März begonnen hatten, bereits mehr als 5000 Menschen das Leben gekostet. Am Montag starben nach Angaben von Aktivisten elf Zivilisten.

jok/AFP/Reuters/dpa



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BingoBongoMan 19.12.2011
1. Wer's glaubt wird selig!
Zitat von sysopEs könnte eine Kehrtwende im blutigen Konflikt in Syrien sein: Machthaber Assad plant nun doch, internationale Beobachter in seinem Land zu erlauben. Ein entsprechendes Protokoll hat ein Gesandter in Kairo unterzeichnet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,804612,00.html
Schon wieder? wie oft wollte dieser Verbrecher eigentlich Beobachter ins Land lassen und hat es doch vorgezogen erstmal paar Zivilisten mehr um zu legen?
derandersdenkende, 19.12.2011
2. Sie haben offensichtlich den richtigen
Zitat von BingoBongoManSchon wieder? wie oft wollte dieser Verbrecher eigentlich Beobachter ins Land lassen und hat es doch vorgezogen erstmal paar Zivilisten mehr um zu legen?
Einstiegsbeitrag ! Ich hatte zu erwähnen versucht, daß der Westen, Israel, die Türkei sich als neutrale Beobachter selbst disqualifiziert hätten und als solche eigentlich in erster Linie Indien, Brasilien, China und Rußland in Frage kämen. Doch dies würden wohl die Welteroberungsstrategen, denen nach neuem Blut dürstet, zu verhindern wissen. Nur für den Fall, daß Sie im Gegensatz zur Moderation, auch an anderen Meinungen interessiert sind. Es gilt den Weltfrieden zu erhalten und nicht nach immer neuen Gründen für dessen Zerstörung zu suchen.
alfredoneuman 19.12.2011
3.
Zitat von derandersdenkendeEinstiegsbeitrag ! Ich hatte zu erwähnen versucht, daß der Westen, Israel, die Türkei sich als neutrale Beobachter selbst disqualifiziert hätten und als solche eigentlich in erster Linie Indien, Brasilien, China und Rußland in Frage kämen. Doch dies würden wohl die Welteroberungsstrategen, denen nach neuem Blut dürstet, zu verhindern wissen. Nur für den Fall, daß Sie im Gegensatz zur Moderation, auch an anderen Meinungen interessiert sind. Es gilt den Weltfrieden zu erhalten und nicht nach immer neuen Gründen für dessen Zerstörung zu suchen.
Assad ist das Problem, und nicht die Beobachter. Und Ihre Meinung als Radikalpazifist ist bekannt; für den Frieden kämpfen - bis zum letzten Syrer.
killjoy 19.12.2011
4. Für den Weltfrieden?
Zitat von derandersdenkendeEinstiegsbeitrag ! Ich hatte zu erwähnen versucht, daß der Westen, Israel, die Türkei sich als neutrale Beobachter selbst disqualifiziert hätten und als solche eigentlich in erster Linie Indien, Brasilien, China und Rußland in Frage kämen. Doch dies würden wohl die Welteroberungsstrategen, denen nach neuem Blut dürstet, zu verhindern wissen. Nur für den Fall, daß Sie im Gegensatz zur Moderation, auch an anderen Meinungen interessiert sind. Es gilt den Weltfrieden zu erhalten und nicht nach immer neuen Gründen für dessen Zerstörung zu suchen.
Na, da freuen sich die syrischen Demonstranten sicherlich, dass sie weiterhin für die Erhaltung des Weltfriedens auf den Straßen niedergeschossen werden können.
derandersdenkende, 19.12.2011
5. Freude und Trauer
Zitat von killjoyNa, da freuen sich die syrischen Demonstranten sicherlich, dass sie weiterhin für die Erhaltung des Weltfriedens auf den Straßen niedergeschossen werden können.
liegen oft nah beieinander. Ich gönne weder den demonstrierenden noch den nicht demonstrierenden Menschen niedergeschossen zu werden. Und schon garnicht sollte sich der jeweils andere darüber freuen und Zaungäste schon gar nicht. Jeder getötete Mensch ist einer zuviel. Ich gönne den Rüstungs- und die Bestattungs-Unternehmen ihre Riesengewinne nicht, die sie durch Kriege erzielen und ich verachte Menschen die beim Anheizen der Kriegsstimmung und der Beobachtung von Kriegen tierische Freude empfinden. Ich bin so und kann nicht anders. Deshalb sollten Friedensboten und keine Kriegsboten die Beobachtung übernehmen. Das Vertrauen in die "Friedensarbeit" der Nato ist längst in tiefes Mißtrauen umgeschlagen.
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